Hahn will Donau-Uni zur Volluniversität machen

11. Juli 2008, 10:05
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Wunsch des Wissenschaftsministers, falls er im Amt bleibt - Aufteilung in Medizinische und Weiterbildungs-Uni damit vom Tisch

Klosterneuburg - Wissenschaftsminister Johannes Hahn will die Donau-Universität Krems (DUK) zur Volluniversität machen. "Wenn ich weiter Wissenschaftsminister bleibe, ist mein Ziel, die DUK vom jetzigen Gesetz zu befreien und zu einer Universität so wie die anderen 21 zu machen", sagte Hahn am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Klosterneuburg. Notwendig werde es auch sein, "personell in allen Gremien teilweise oder vollständig neu durchzustarten".

"Unverzichtbar"

Hahn hält die DUK "mehr denn je als unverzichtbaren Bestandteil der tertiären Bildungslandschaft". Speziell im Bereich Weiterbildung brauche es ein Kompetenzzentrum wie die DUK, die sich in diesem Bereich in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt habe. Mit dem NÖ Landeshauptmann Erwin Pröll - Bund und Land sind Träger der DUK - sei er bei einem Gespräch übereingekommen, "die DUK auf ihr eigentliches Profil wieder zu fokussieren".

Nach Ansicht Prölls ist man an der DUK in der Vergangenheit "zu sehr in die Breite und zu wenig in die Tiefe gegangen". Zudem hätte "eine Reihe von Persönlichkeiten sich wichtiger genommen als ihre Aufgabe". Die DUK müsse sich auf Qualität und nicht auf Quantität konzentrieren, sagte Pröll, der auch einen engen Konnex zum Fachhochschulsektor anstrebt, etwa dass FH-Absolventen an der DUK ein Doktorat anschließen könnten. Voraussetzung dafür sei, dass der nächste Wissenschaftsminister wieder Hahn heißt, "Kontinuität ist hier wichtig".

Spaltung vom Tisch

Auch die geplante Aufteilung der DUK in einen medizinischen und einen Weiterbildungsbereich dürfte damit vom Tisch sein. "Aufwertung statt Aufteilung" lautet die Devise, hieß es aus dem Büro Hahns. Reine Auftragsforschung könnte aber in die bereits gegründete Forschungsgesellschaft ausgelagert werden.

Seit rund einem Jahr wird wieder über die Zukunft der DUK heftig diskutiert. Nach der umstrittenen Wahl des neuen Rektors Heinrich Kern hat im August vergangenen Jahres der Uni-Rat ein "Zukunftskonzept" beschlossen, das auf eine Teilung der DUK abzielte. Die medizinische Forschung sollte in eine eigene Gesellschaft ausgelagert, mittelfristig die Gründung einer Privatuniversität für Medizin in Krems angestrebt werden. Kern sollte an die Spitze der Gesellschaft und später der Privat-Uni wechseln. Die Vize-Rektorin Ada Pellert, die bei der Rektorswahl nicht berücksichtigt wurde, was eine Beschwerde beim Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen zur Folge hatte, wurde aufgefordert, sich dann um den Rektoren-Posten der Rest-DUK zu bewerben.

Von dem ursprünglichen Konzept ist man an der Uni im Frühjahr dieses Jahres wieder abgerückt und man verfolgte ein Zwei-Fakultäten-Modell mit den Bereichen Weiterbildung und Medizin. Zudem sollte Kern mit 1. Juni das Amt des Rektors zurücklegen, was dieser mit dem Verweis, keine adäquate Position angeboten bekommen zu haben, ablehnte. Zuletzt traten dann Pellert und die zweite Vizerektorin Hanna Risku per 1. Juli zurück. (APA)

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