Rewe Telekom-Verkäufer "aber hallo" insolvent - Ausgleich angemeldet

11. Juli 2008, 12:04
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Betreiber der Verkaufsstände Top Sales musste Konkurs anmelden

Erst Anfang des Jahres ist die Österreich-Tochter des deutschen Handelsriesen Rewe, Rewe Austria (Merkur, Billa, Bipa und Penny), in das Telekom-Geschäft eingestiegen. Unter der Eigenmarke "aber hallo" werden Mobilfunk, Festnetz und Internet-Produkte in eigenen Shops im Kassenbereich der Merkur-Märkte angeboten. Die Abwicklung mit dem Netzbetreiber erledigt der Rewe-Partner Top Link. Am Donnerstag hat die Top Link Vermittlung, Handel und Dienstleistungen Ges.m.b.H. beim Landesgericht Wiener Neustadt gerichtlichen Ausgleich angemeldet, teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV 1870) mit. Der Betreiber der Verkaufsstände Top Sales GmbH musste Konkurs anmelden.

50 Gläubiger

Betroffen von der Pleite sind rund 50 Gläubiger, die ihre Forderungen bis zum 18. September 2008 anmelden müssen. Angeboten wurde die gesetzliche Mindestquote von 40 Prozent zahlbar innerhalb von 2 Jahren. Darüber wird bei der Ausgleichstagsatzung am 02. Dezember 2008 in Wiener Neustadt abgestimmt. Zum Ausgleichsverwalter wurde der Rechtsanwalt Thomas Wanek bestellt.

Überschuldung von 2,6 Mio. Euro

Nach Eigendarstellung des Unternehmens belaufen sich die Aktiva auf rund 3,3 Mio. Euro. Die Passiva betragen laut Schuldnerangaben rund 5,9 Mio. Euro, so dass sich daraus eine Überschuldung von 2,6 Mio. Euro errechnet. Dieses Zahlenmaterial werde nunmehr nach insolvenzrechtlichen Gesichtspunkten zu prüfen sein, so der KSV.

Gesellschafter von Top Link ist Friedrich Radinger, Ex-Chef von T-Mobile Austria

Das Unternehmen vertreibt Handys mit Providerverträgen, wobei man sich des Vertriebsnetzes der Merkur-Filialen bedient. Im Unternehmen sind derzeit einschließlich der beiden Geschäftsführer 27 Dienstnehmer beschäftigt. Die Verkaufsstände werden von der Top Sales GmbH betrieben. Beide Firmen haben ihren Sitz in Brunn/Geb., Liebermannstraße.

Die nunmehrige Insolvenz wird vom Unternehmen selbst vor allem darauf zurückgeführt, dass es in den ersten Monaten des Jahres 2008 zu einem unerwarteten Umsatzeinbruch kam. Die Umsätze blieben deutlich hinter der Planung zurück. Gesellschafter von Top Link ist Friedrich Radinger, Ex-Chef von T-Mobile Austria.

Fortbetrieb und Sanierung

Ziel des Unternehmens ist der Fortbetrieb und die Sanierung im Ausgleich. Der KSV werde im Interesse der Gläubiger die Angemessenheit und Erfüllbarkeit dieses Anbots prüfen, so KSV-Insolvenz-Experte Alexander Klikovits.(APA)

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