Sturm entzaubert den Meister

11. Juli 2008, 11:20
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Die Grazer gewinnen zum Saisonauftakt in der eigenen Arena in einer emotional geführten Partie gegen Rapid verdient mit 3:1

Graz - Die tipp3-Bundesliga ist am Dienstag mit einem rasanten, spannenden, emotionsgeladenen Duell und einem 3:1-Erfolg für Sturm Graz in die Saison 2008/09 gestartet. Meister Rapid tat sich zum Auftakt in der mit 15.322 Zuschauern ausverkauften UPC-Arena sichtlich schwer, bot den spielfreudigen Grazern kaum Paroli und musste sich verdientermaßen geschlagen geben.

Glückliche Führung für die Blackies

Sonnleitner (33. nach Koch-Patzer) und Haas (45.) sorgten für den 2:0-Halbzeitstand, Dober brachte Rapid kurz nach Seitenwechsel mit einem Gewaltschuss auf 1:2 heran. Stankovic setzte in der 72. Minute mit dem 3:1 den Schlusspunkt und sicherte den Grazern einen perfekten Einstand.

Die ersten 45 Minuten dominierten nach einer kurzen Phase des Abtastens klar die spritzigeren und bissigeren Gastgeber, deren spielerische Akzente auch zu mehreren Chancen führten. So rollte ein Versuch des Ex-Innsbruckers Hölzl in der 5. Minute nach einem Patocka-Patzer nur knapp am langen Eck vorbei, in der 20. Minute ließ Stankovic eine Doppelchance ungenützt: Erst schoss der 22-Jährige nach Haas-Vorlage aus rund 16 Metern knapp über das Tor, kurz darauf jagte er eine Hölzl-Flanke aus aussichtsreicher Kurzdistanz volley über den Kasten von Koch.

Wenig überraschend kam denn auch das 1:0 für die Gastgeber: Hoffer fälschte einen Haas-Freistoß leicht ab, Goalie Koch ließ den eigentlich harmlosen Ball aus den Händen springen und ermöglichte es dem verkehrt heranspringenden Sonnleitner, mit dem Unterschenkel das kuriose 1:0 und damit seinen ersten Treffer im Sturm-Dress zu erzielen (33.). Die Nerven bei Koch lagen in der Folge sichtlich blank, zum Glück für den Deutschen gab Schiedsrichter Steiner einen klaren Elfmeter wegen Haltens von Hölzl aber nicht (37.).

Traumtor von Haas

Nur wenige Augenblicke davor war es Muratovic gewesen, der Koch im Strafraum versetzte, dessen Schuss aber noch auf der Linie von Patocka weggeschlagen werden konnte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff erhöhte Haas mit einem sehenswerten Schlenzer aus 16 Metern noch auf 2:0, die Vorarbeit hatten Muratovic und Stankovic mit zwei perfekten Kurzpässen geleistet.

Rapid, das in puncto Chancen lediglich einen harmloser Katzer-Kopfball aus Kurzdistanz (9.) verbuchte, agierte fehlerhaft, in der letzten Viertelstunde der ersten Hälfte (Gelb für Eder, Heikkinen, Dober) zudem überhart. Sein Heil suchte Grün-Weiß, das im linken Mittelfeld Debütant Prokopic für den abgewanderten Korkmaz aufbot, vor allem über rechts. Dort war freilich der sichere und auch aktive georgische Neuzugang Kandelaki postiert. Sturms "gesprengtes" Mittelfeld (Abgänge von Säumel, Salmutter, Krammer) schien den Umbau gut verdaut zu haben und präsentierte sich mit Hölzl, Hlinka, Kienzl und Stankovic und einem dirigierenden Muratovic in Spiellaune.

Zwei Lange im Rapid-Sturm

Rapid-Coach Pacult reagierte in der Pause, nahm Prokopic und Hoffer vom Feld und warf die beiden Stürmer Maierhofer sowie den kroatischen Neuzugang Jelavic in die Schlacht. Die Hütteldorfer präsentierten sich in der Folge stärker und kamen durch ihren torgefährlichen Verteidiger Dober prompt zum Anschlusstreffer, Graz-Goalie Schicklgruber sah beim Weitschuss aus über 30 Metern aber nicht gut aus (49.).

Sturm, in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel vom Wiener Elan etwas überrascht, machte aber bald wieder Druck und zog sein brandgefährliches Konterspiel auf. In der 55. Minute ließ sich Stankovic alleinstehend von 16 Metern zu lange Zeit, Koch rettete schließlich nach einem Muratovic-Freistoß in extremis (59.). In der 64. Minute traf Hlinka aus 30 Metern die Stange, Stankovic scheiterte im Nachschuss an Koch. Auf der Gegenseite setzte Hofmann einen 30-Meter-Schuss nur knapp über die Querlatte (54.) und fälschte Sonnleitner einen Jelavic-Kopfball fast ins eigene Tor ab (65.).

Stankovic traf doch noch

Den Schlusspunkt setzte aber wieder Sturm: In der 72. Minute, just als Patocka an der Seitenlinie verarztet werden musste, zog Muratovic fast von der Mittellinie alleine auf das Tor zu, seine Vorlage in die Mitte verwertete der ebenfalls einsam postierte Stankovic problemlos zum Endstand von 3:1. (APA)

  • SK Puntigamer Sturm Graz - SK Rapid 3:1 (2:0)
    Graz, UPC-Arena, 15.322 Zuschauer, SR Steiner.

    Torfolge: 1:0 (33.) Sonnleitner, 2:0 (45.) Haas, 2:1 (49.) Dober, 3:1 (72.) Stankovic

    Sturm: Schicklgruber - Schaschiaschwili, Sonnleitner, Feldhofer, Kandelaki - Hölzl (83. Jantscher), Hlinka, Kienzl, Stankovic (88. Sereinig) - Muratovic, Haas (91. Beichler)

    Rapid: Koch - Dober, Eder, Patocka, Katzer (61. Hiden) - Hofmann, Heikkinen, Kulovits, Boskovic, Prokopic (46. Jelavic) - Hoffer (46. Maierhofer)

    Gelbe Karten: Feldhofer, Schaschiaschwili, Stankovic bzw. Katzer, Eder, Heikkinen, Dober, Maierhofer, Koch

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Mario Haas jubelt über das 2:0. Samir Muratovic gratuliert.

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