Zehn Jahre unschuldig in Haft: Vier Millionen Euro Entschädigung

10. Juli 2008, 14:43
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Mann war als 14-Jähriger irrtümlich wegen Vergewaltigung zum Tode verurteilt worden - Strafe später in Haft umgewandelt

Toronto - Das Opfer eines jahrzehntelangen Justizirrtums in Kanada erhält eine Entschädigung von 6,5 Millionen kanadischen Dollar (4,06 Millionen Euro). Steven Truscott war 1959 im Alter von 14 Jahren wegen Vergewaltigung und Mordes zum Tod verurteilt worden. Im vergangenen Jahr sprach ihn ein Gericht frei, weil er nicht als Täter infrage kam.

Unschuldig

Die Todesstrafe für Truscott wurde drei Monate nach dem Urteil in lebenslange Haft umgewandelt, und zehn Jahre später wurde er freigelassen. Unter anderem Namen gründete er später eine Familie. Das Oberste Gericht in Ontario erklärte im vergangenen August, die Obduktion des zwölfjährigen Opfers, einer Mitschülerin Truscotts, habe einen deutlich späteren Todeszeitpunkt ergeben als im Prozess von der Staatsanwaltschaft angegeben. Zum tatsächlichen Tatzeitpunkt war Truscott in der Schule.

Kein Geld der Welt könne den heute 63-Jährigen dafür entschädigen, dass er als Jugendlicher zum Tod durch den Strang verurteilt wurde, seine Jugend verlor und fast 50 Jahre mit dem Stigma leben musste, ein verurteilter Mörder zu sein, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung seiner Familie. Der Fall hatte die Debatte über die Todesstrafe in Kanada angeheizt, die 1976 abgeschafft wurde. (APA/AP)

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