Neue Beweise für Wahlbetrug auf Video

5. Juli 2008, 21:05
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Gefängniswärter zur Stimme für Mugabe gezwungen - Regierungsvertreter votierten für "Analphabeten"

Johannesburg - Ein geschmuggeltes Video bietet neue Beweise für Betrug bei der Präsidenten-Stichwahl in Simbabwe: Die Filmaufnahmen zeigen, wie Gefängniswärter beim Ausfüllen von Briefwahlunterlagen von Anhängern des Präsidenten Robert Mugabe aggressiv unter Druck gesetzt und kontrolliert werden. Einer der Gefängniswärter hatte die am Samstag veröffentlichten Aufnahmen im Auftrag der britischen Zeitung "The Guardian" mit einer versteckten Kamera gedreht.

Auf den Bildern ist unter anderem zu sehen, wie die Vorgesetzten der Gefängniswärter die Stimmabgabe überwachen und sicherstellen, dass die Männer auf dem Stimmzettel ihr Kreuz für Mugabe machen und nicht vor dem Namen des Oppositionsführers Morgan Tsvangirai. Kurz vor der Stichwahl hatte Tsvangirai wegen der Gewalt gegen die Anhänger seiner Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) die Kandidatur zurückgezogen. Sein Name war aber auf den Stimmzetteln geblieben.

Unter Lebensgefahr gedreht

Der Wärter, der den Film unter Lebensgefahr gedreht und danach als Flüchtling außer Landes gebracht hatte, sagte dem "Guardian" über die Einschüchterungsversuche: "Ich habe noch nie so viel Gewalt gesehen. Wie kann eine Regierung, die sich demokratisch nennt, ihr Volk töten, erschlagen und foltern?" Er selbst habe sich zu den geheimen Aufnahmen entschlossen, nachdem sein Onkel als Anhänger der Opposition umgebracht worden sei. Die Bilder zeigen auch, wie Wähler unter Drohungen dazu gezwungen werden, sich selbst als Analphabeten zu bezeichnen und das Ausfüllen der Stimmzettel Regierungsvertretern zu überlassen.

Der langjährige simbabwesische Präsident Mugabe (84) war nach der von vielen Staaten und Organisationen als illegitim eingestuften Wahl für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden. In der kommenden Woche soll der UNO-Sicherheitsrat über einen Resolutionsentwurf der USA entscheiden, der neben einem Waffenembargo gegen Simbabwe unter anderem auch das Einfrieren von Mugabes persönlichem Vermögen und ein striktes Reiseverbot vorsieht. (APA/dpa)

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