Musiker entdecken Videospiele als Umsatzbringer

5. Juli 2008, 11:35
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Gitarrenspiel Guitar Hero bringt "positive Synergieeffekte für beide Seiten"

Der Videospielhersteller und Publisher Activision hat seine erfolgreiche Gitarren-Spiel-Serie Guitar Hero um einen neuen Titel erweitert. Seit vergangener Woche ist "Guitar Hero: Aerosmith" im Handel erhältlich und bietet Hobby-Gitarristen die Möglichkeit, auf den Spuren der Kult-Rockband aus den USA zu wandeln. Mit dem aktuellen Ableger der Spielreihe will nicht nur Activision die Erfolgsgeschichte Guitar Hero weiterschreiben, sondern auch die beteiligten Musiker selbst versprechen sich einiges von ihrem eigenen Videospiel. Die für die Realisierung des Titels eingegangene Kooperation zwischen Musik- und Videospielindustrie stellvertretend für einen generellen Trend zu sehen. Hintergrund sind dabei wohl nicht zuletzt auch die kräftigen Umsatzeinbußen im traditionellen Tonträger-Verkaufsbereich, die der Musikbranche in den vergangenen Jahren zunehmend zu schaffen gemacht haben. Um die dort erzielten Verluste wieder ausgleichen zu können, suchen Künstler bereits seit geraumer Zeit verstärkt nach alternativen Wegen, neue Umatzkanäle zu erschließen.

Millionen vorab kassieren

"Kooperationen mit der Videospielbranche können für Künstler um einiges lukrativer sein als alles, was man in dieser Hinsicht in der Musikbranche erreichen kann", zitiert das Wall Street Journal Irving Azoff von der für Aerosmith zuständigen Managementfirma Front Line Management. Die Musiker hätten so die Möglichkeit, ihre Einkünfte um ein beträchtliches Maß zu steigern. "Auf diese Weise können Mio. von Dollar schon vorab kassiert werden. Zusätzlich ist die Band auch großzügig an dem Verkaufsumsatz des Videospiels beteiligt", schildert Azoff. Laut Bericht erwarte sich Aerosmith durch die Veröffentlichung des Spieltitels sogar mehr Einnahmen zu erzielen als durch eines ihrer vielen Studioalben.

Verkaufsfördernde Wirkung

"Musikspiele können sich auch sehr günstig auf die traditionellen Verkaufszahlen meiner Klienten auswirken", stellt Azoff fest. So sei der Verkauf des Aerosmith-Songs "Same Old Song and Dance" nach der ersten Woche nach Veröffentlichung von "Guitar Hero III: Legends of Rock" um 130 Prozent gestiegen. Diese verkaufsfördernde Wirkung bestätigt auch Patric Roos, PR-Executive bei Activision Deutschland. "Die Albumverkaufszahlen und Downloads von einzelnen Songs der Interpreten, die in Guitar Hero III vertreten sind, stiegen nachweisbar signifikant an", betont Roos. "Kooperationen zwischen der Videospiel- und der Musikindustrie sind ein potenziell viel versprechender Weg für die Zukunft", ergänzt Roos. Derartige Partnerschaften würden positive Synergieeffekte für beide Seiten entstehen lassen.

Erfolgreiche Social Games

"Guitar Hero ist die am schnellsten gewachsene Videospiel-Franchise überhaupt", erklärt Roos. Dem Marktforschungsunternehmen NPD Group zufolge wurden allein in den USA im vergangenen Jahr 10,8 Mio. Kopien von Spielen aus der Serie verkauft. Die Gründe für diesen Erfolg seien laut Roos vielseitig. "Social Games wie Musik- und Partyspiele sind extrem populär", meint Roos. Guitar Hero sei zudem ein ganz besonderer Vertreter dieser Spielgattung. "Der Titel ist absolut familienfreundlich, spricht alle Altersstufen an und ist für jeden Spieler leicht zugänglich", fasst Roos zusammen. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei der verwendete Gitarrencontroller, der dem Nutzer ein "ganz spezielles, einmaliges Spielgefühl" vermittle, so Roos abschließend. (pte)

  • Artikelbild
    foto: guitarhero.com
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