Regenpfeifer, Rhododendren und die Rote Alm

    4. Juli 2008, 17:00
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    Fauna, Flora und die Aussicht – alles passt auf dem Zirbitzkogel, wenn die Sturmglocke nicht läutet

    Auf dem Zirbitzkogel steht die höchstgelegene Schutzhütte der Steiermark. Das Haus wird gerne aufgesucht, da sich vom nahen Gipfel eine Rundsicht bietet, die ohne Übertreibung als fantastisch zu bezeichnen ist. Man überschaut im Norden fast den gesamten Höhenzug der Niederen Tauern vom Hochreichhart über Hochgolling bis zu den Radstädter Tauern, die Hohen Tauern mit Hochalmspitze, Hafner und Großglockner sowie im Süden die Karawanken mit dem Hochobir und die Julischen Alpen mit Triglav und Mangart. Eine Panoramascheibe auf dem höchsten Punkt benennt weiters Dachstein, Totes Gebirge und Hochschwab, Sau- und Koralpe sowie Grebenzen und etliche Berge des Nockgebiets.

    In der als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Region kommen sehr seltene Vögel wie der Mornellregenpfeifer vor, auch der Steinadler ist immer wieder zu beobachten.

    Der Name des Zirbitzkogels hat angeblich nichts mit den Zirben zu tun, die dort in größerer Zahl wachsen, sondern leitet sich vom slawischen "zirbiza" ab, das "Rote Alm" bedeutet. Lokale Forscher sind allerdings uneins, ob die Bezeichnung auf die dunkelrot bis braun blühende Gämsheide (Loiseloiria procumbens) oder auf die Rostrote Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) zurückzuführen ist – beide Arten überwuchern an etlichen Stellen geradezu die freien Hänge.

    Zahlreiche kleinere Seen, darunter das Quellgewässer der Lavant, beleben das Landschaftsbild und erhöhen die Freude an der Tour. Einziger Wermutstropfen: An Wochentagen sind die Aktivitäten auf dem nahen Truppenübungsplatz nicht zu überhören.

    Die Tour weist keine Schwierigkeiten auf, sie verlangt aber gute Kondition; zudem braucht man gutes Wetter, denn bei Nebel und Sturm kann die Orientierung Probleme machen. Die "Sturmglocke" neben der Hütte wurde nicht ohne triftigen Grund aufgestellt.

    Zwischen Bundesamtskarte und lokaler Wanderkarte gibt es Differenzen bei den Bezeichnungen.

    Die Route: Von der relativ hoch gelegenen Tonnerhütte – erreichbar mit dem Auto von Mühlen bei Neumarkt aus – steigt man fast parallel zum Skilift an und wechselt dann nach rechts auf die rote Markierung, die zügig über freies Gelände zur Lavantseehöhe führt, von der man über einen Rücken das Schutzhaus und den Gipfel erreicht. Die Gehzeit ab Tonnerhütte beträgt 2½ Stunden.

    Nun geht es ein kurzes Stück auf dem Weitwanderweg in Richtung Scharfes Eck, man zweigt aber bald nach links auf den Steirischen Rundwanderweg ab, um in Richtung Kulmer Hütte tieferliegendes Terrain zu gewinnen. Noch vor der Hütte geht es scharf nach links, nach einer längeren Hangquerung erreicht man die Anstiegsroute, auf der es zum Ausgangspunkt Tonnerhütte zurückgeht. Gehzeit ab Zirbitzkogelhütte 2½ Stunden. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/5./6.7.2008)

    Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhenunterschied rund 800 m. Zirbitzkogelhaus vom 20. Juni bis 20. September bewirtschaftet. ÖK25V Blatt 4226-Ost (Judenburg), Maßstab 1:25.000; Karte „Mühlen am Zirbitzkogel“, 1:35.000.
    • Der Zirbitzkogel mit dem Zirbitzkogelhaus.
      foto: rosa maria klein/wikipedia.de

      Der Zirbitzkogel mit dem Zirbitzkogelhaus.

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