Iran diskutiert Todesstrafe für Internetdelikte

14. Juli 2008, 10:20
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Werbung für Prostitution und Blasphemie im Netz könnten im Iran in Zukunft mit dem Tode bestraft werden

Auf Internetvergehen könnte im Iran schon bald die Todesstrafe stehen. Die Höchststrafe könnte Usern drohen, die im Web für Korruption, Prostitution und Blasphemie werben. Die dazu eingebrachte Gesetzesvorlage habe eine Verschärfung der Strafen für "Schädigung der geistigen Sicherheit in der Gesellschaft" zum Ziel, wie heise die ISNA (Iranian Student's News Agency) zitiert.

Umfangreiches Filtersystem

Im Iran kommt seit 2000 eines der aufwendigsten Filtersysteme der Online-Welt zum Einsatz, das unter anderem den Zugriff auf Seiten mit politischen Inhalten verhindern soll. Laut OpenNet Initiative weist die Online-Nutzung in der islamischen Republik gleichzeitig eine der stärksten Wachstumsraten der Region im Mittleren Osten auf. Demnach sind im Iran bereits über 7 Millionen Einwohner online. In der iranischen Amtssprache Farsi gebe es bereits über 400.000 Blogs.

Journalistinnen verhaftet

Auch feministische Seiten haben die Online-Zensoren verstärkt ins Visier genommen, wie die Organisation Reporter ohne Grenzen berichtet. So seien im Juni fünf Online-Journalistinnen verhaftet worden. Alleine im Mai seien fast 20 Seiten und Blogs mit feministischen Inhalten geblockt worden. (red)

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    Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad

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