Gerda-Henkel-Preis an Richard Sennett

11. Juli 2008, 13:13
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Hohe Auszeichnung für den US-Kulturhistoriker - Jury würdigt "einen der bedeutenden geistigen Leitfiguren der Gegenwart"

Düsseldorf - Der amerikanische Soziologe und Kulturhistoriker Richard Sennett erhält den diesjährigen internationalen Gerda Henkel Preis, teilte eine Sprecherin der Düsseldorfer Gerda Henkel Stiftung am Donnerstag mit. Die Verleihung des Preises soll am 10. November in Düsseldorf stattfinden. Richard Sennett, dessen zahlreiche Bücher wie "Verfall und Ende des öffentlichen Lebens: Die Tyrannei der Intimität" (1983) weite Verbreitung fanden, ist Berater der UNESCO bei der Städteplanung. Er lehrt an der New York University und der London School of Economics.

Sennett sei "eine der bedeutenden geistigen Leitfiguren der Gegenwart", urteilte die Jury unter dem Vorsitz des Soziologen und Publizisten Lord Ralf Dahrendorf. In seinen vielgelesenen Büchern überschreite Sennett "mühelos die Fachgrenzen der geisteswissenschaftlichen Disziplinen, insbesondere von Soziologie und Geschichte, Psychologie und Philosophie". Der Gelehrte sei "Kulturkritiker ohne larmoyanten Kulturpessimismus". Kenntnisse und theoretischer Sinn zeigten den 1943 in Chicago geborenen Sennett als Wissenschaftler, "doch erweisen Lebenserfahrung Temperament und Stil ihn auch als Künstler". Sein großes Thema gelte der Frage, wie ein erfülltes Leben angesichts der Auflösungstendenzen moderner Gesellschaften möglich sei, fasste die Jury zusammen.

Die mit 100.000 Euro verbundene Auszeichnung wird alle zwei Jahre für besondere Leistungen auf dem Gebiet der historischen Geisteswissenschaften vergeben. Die Stiftung wurde 1976 von Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Bisher wurden rund 4.500 Forschungsvorhaben mit etwa 70 Millionen Euro unterstützt. (APA/dpa)

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    Richard Sennett

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