Kündigungen bei "Le Monde" und "Le Figaro"

1. Juli 2008, 14:40
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Insgesamt sind rund 180 Mitarbeiter von Sozialplänen betroffen

Die beiden bedeutendsten französischen Tageszeitungen, "Le Monde" und "Le Figaro" peilen im Rahmen eines Sozialplans Stellenkürzungen an. Bei der Abendzeitung erklärten sich insgesamt 103 Mitarbeiter, darunter 60 Journalisten, zur Kündigung bereit. Beim "Figaro" sind es 71, darunter 45 Journalisten. Die Arbeitnehmer der "Monde" hatten bis zum 30. Juni Zeit, um ihre freiwillige Kündigung anzumelden und damit in den Genuss sozialer Begleitmaßnahmen zu kommen. Beim "Figaro" lief der Termin mit dem Wochenende ab.

Die Direktion von "Le Monde" will insgesamt 129 Posten streichen, um Lohneinsparungen im Ausmaß von 9,4 Mio. Euro zu erreichen. Gegen den Sozialplan hatte die Belegschaft bereits drei Tage lang gestreikt, was bei "Le Monde" äußerst selten vorkommt. Im Vorjahr erlitt die Gruppe "Le Monde", die insgesamt 1.600 Mitarbeiter beschäftigt, einen Verlust von 20 Mio. Euro. Die Verschuldung erreichte 150 Mio. Euro.

Bilanzausgleich 2009

"Le Figaro" erhofft sich vom Stellenabbau Einsparungen von etwa 7 Mio. Euro. Am stärksten betroffen sind die Wirtschaftsredaktion mit zehn und die Kulturredaktion mit sieben Kündigungen. Durch zusätzliche Straffungsmaßnahmen im Management sollen die Einsparungen nach den Angaben auf 12 Mio. Euro gebracht werden und binnen 2009 zum Bilanzausgleich führen. Durch diese Maßnahmen sollen die finanziellen Mittel für notwendige Investitionen freigegeben werden, insbesondere die bereits begonnene Errichtung einer neuen Druckerei in Tremblay bei Paris. Die Journalistengewerkschaften sprechen dagegen von einer "beginnenden Vertrauenskrise" in der Redaktion und erinnern daran, dass vor allem "erfahrene Journalisten" zurückgetreten seien.

"Le Figaro" ist mit durchschnittlich 327.544 verkauften Exemplaren die meistverkaufte Tageszeitung in Frankreich. Die Abendzeitung "Le Monde" verkauft derzeit rund 320.000 Exemplare am Tag. Die Auflage sank vor allem aufgrund der Konkurrenz der Gratisblätter "Metro" und "20 Minutes" sowie der Online-Ausgaben im Internet. (APA)

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