AK für Entlastung der Arbeitnehmer

1. Juli 2008, 14:27
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Die Vertreter der Gewerkschaft fordern Unterstützung für die Älteren am heimischen Arbeitsmarkt

Wien - Die Arbeitslosenzahlen für Juni haben zu unterschiedlichen Reaktionen geführt: Während die Arbeiterkammer (AK) und Vertreter der Gewerkschaft angesichts einer erwarteten Abschwächung der Konjunktur nun eine Entlastung der Arbeitnehmer und Unterstützung für die Älteren am Arbeitsmarkt fordern, sieht ÖVP-Wirtschaftssprecher Reinhold Mitterlehner Österreich nicht mehr weit von der Vollbeschäftigung entfernt.

"Noch hält die Konjunktur, die Unternehmen beschäftigen deswegen mehr Menschen und die Arbeitslosigkeit sinkt erfreulicherweise weiter. Aber wir müssen uns auf einen deutlichen Rückgang des Wirtschaftswachstums vorbereiten - das sagen uns die Wirtschaftsforscher", kommentiert AK-Präsident Herbert Tumpel. Inflation und massiv steigende Energiepreise werden ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen, wenn die Regierung nicht rasch handelt.

Aktionsplan

Der AK-Präsident verlangt, dass die Vorschläge der Sozialpartner für den Arbeitsmarkt und der Aktionsplan zugunsten der älteren Arbeitnehmer vom Wirtschaftsminister rasch und konsequent umgesetzt werden. Das Wichtigste sei eine deutliche Entlastung der Arbeitnehmer mit kleinen und mittleren Einkommen bei der nächsten Steuerreform. Denn die Wirtschaftsentwicklung müsse durch mehr Kaufkraft im Inland abgesichert werden. Angesichts des für das nächste Jahr prognostizierten Wiederanstiegs der Arbeitslosigkeit dürfe der heimische Arbeitsmarkt nur sehr behutsam für neue Arbeitskräfte geöffnet werden, fordert Tumpel.

Nicht nur Freude über den Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juni zeigt sich beim vida-Vorsitzenden und ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske. Sorge bereitet ihm der Anstieg bei den Arbeitslosen über 50 Jahren, der sich nach April und Mai auch im Juni weiter fortsetzte. Ein bereits im April von den Sozialpartnern vorgelegtes Maßnahmenpaket für ältere Arbeitnehmer beinhalte eine Reform der Altersteilzeit ebenso wie die Stärkung der Prävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung in den Betrieben. Auch Maßnahmen zur Verbesserung der Weiterbildungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel ein "Qualifizierungsstipendium" für ältere Arbeitnehmer, sind in dem Paket enthalten. "Minister Bartenstein darf hier nicht länger blockieren, die Maßnahmen für Ältere müssen zügig umgesetzt werden", verlangt Kaske.

Arbeitsmarktpaket für Ältere

"Österreich hat heute die niedrigste Arbeitslosenzahl seit sieben Jahren und den höchsten Beschäftigtenstand seiner Geschichte", so SPÖ-Sozialsprecherin Renate Csörgits. Trotz der guten Entwicklung dürfe man aber bei den arbeitsmarktpolitischen Anstrengungen nicht nachlassen. Insbesondere brauche man jetzt rasch die Umsetzung des geplanten Arbeitsmarktpakets für Ältere; über 50-Jährige sind die einzige Gruppe, wo die Arbeitslosigkeit nicht gesunken ist. "Bartensteins einziges Rezept ist leider, die Grenzen aufzumachen, um möglichst viele und möglichst billige Arbeitskräfte ins Land zu holen", kritisiert Csörgits.

"Die ÖVP ist die treibende Kraft auf dem Weg zur Vollbeschäftigung. Diese konsequente Arbeitsmarktpolitik muss jetzt weitergeführt werden", ist ÖVP-Wirtschaftssprecher Reinhold Mitterlehner über die weiter sinkende Arbeitslosigkeit erfreut. Die Trendwende habe sich bereits vor nunmehr über zwei Jahren abgezeichnet und nun sinke die Arbeitslosigkeit kontinuierlich. Die aktuellen Daten zeigten, dass man nicht mehr weit von der Vollbeschäftigung entfernt sei.

"Die Situation bei den Arbeitslosenzahlen kann trotz eines leichten Rückgangs leider alles andere als rosig bezeichnet werden", erklärte FPÖ-Arbeitnehmersprecher Herbert Kickl. Einer leichten Entspannung stünde noch immer die enorme Zahl von Schulungsteilnehmern gegenüber. "Dazu kommt noch die leichtfertige schrittweise und verfrühte Öffnung des Arbeitsmarktes für die EU-Oststaaten bei immer mehr Berufsgruppen, die den leichten Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen bald neuerlich zunichte machen könnte", warnte der freiheitliche Arbeitnehmersprecher. Alarmierend sei vor allem auch der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Älteren. (APA)

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