Zwei Jahrzehnte Konflikt Israel-Hamas

1. Juli 2008, 11:00
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Jerusalem/Gaza - Zwischen Israel und der radikalen Palästinenser-Organisation Hamas tritt am (morgigen) Donnerstag eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe in Kraft. Ein Rückblick:

~ 1987 - Beginn der ersten "Intifada" (Volksaufstand) im Gaza-Streifen und im Westjordanland. Der Palästinensische Nationalrat (Exilparlament) ruft in Algier den "Staat Palästina" aus und erkennt gleichzeitig das Existenzrecht Israels an. Die Gegner dieser Anerkennung gründen in Gaza die Hamas ("Bewegung des Islamischen Widerstandes") unter Führung von Scheich Ahmed Yassin (angeblich mit Unterstützung der israelischen Geheimdienste, die damit das Ziel verfolgt haben sollen, PLO-Chef Yasser Arafat zu schwächen.) Hamas bleibt außerhalb der PLO.

1993 - Grundlagenvertrag Israel-PLO - Friedensformel "Land für Frieden" (Arafat erhält dafür zusammen mit Israels Premier Yitzhak Rabin und Außenminister Shimon Peres den Friedensnobelpreis).

2004 - Die israelische Armee tötet die Hamas-Führer Scheich Ahmed Yassin und Abdelaziz Rantisi und weitere radikale Palästinenser.

2005 - Israel räumt auf Betreiben von Regierungschef Ariel Sharon den Gaza-Streifen.

2006 - Zweite palästinensische Parlamentswahl: Sieg der Hamas mit absoluter Stimmen- und Mandatsmehrheit, ihr Spitzenkandidat Ismail Haniyeh wird Premier. Westlicher Finanzierungsstopp. Weitere "gezielte Tötungen" von Hamas-Funktionären durch israelische Armee.

2007 - Bildung einer palästinensischen Einheitsregierung unter Führung von Haniyeh. Ab Mai neue Kämpfe, Hamas verdrängt Fatah aus dem Gaza-Streifen. Präsident Mahmoud Abbas löst Einheitsregierung auf und bildet im Westjordanland Notstandskabinett der Fatah. Israel erklärt den Gaza-Streifen zum "Feindgebiet". Nahost-Konferenz von Annapolis führt zur Aufnahme von FFriedensgesprächen zwischen Israel und Abbas.

2008 - Vollständige israelische Gaza-Blockade, Massenausbruch nach Ägypten im Jänner. Vermittlungsbemühungen Ägyptens zwischen Israel und Hamas. Abbas ruft Hamas zu Versöhnungsgesprächen ohne Vorbedingungen auf. (APA/AFP)

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