Keine gravierenden Probleme

1. Juli 2008, 17:00
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Masern-Welle dürfte ausklingen - Keine größeren Ausreißer bei Alkoholmissbrauch - Skurril: anthropo­sophische Schule wollte mit Masernkrankem nach Ungarn fahren

Wien - Gut ist's gegangen, nix is geschehen: So schaut - wienerisch ausgedrückt - die Gesundheitsbilanz nach der EURO 2008 aus. "Wir waren gut vorbereitet. Ich halte diese Vorbereitungen auch nicht für überdimensioniert. Man bestellt ja auch nicht erst ein Feuerwehrauto, wenn es bereits brennt", sagte der Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Hubert Hrabcik.

MAsernfälle

Ab Mitte März hatten in Österreich Masern-Ausbrüche für Aufsehen gesorgt. Die Situation konnte aber offenbar unter Kontrolle gebracht haben. Hrabcik: "Wir hatten seit Mitte März in Österreich insgesamt 399 Fälle. Wir müssen jetzt überlegen, wie wir die Impflücken bei den Erwachsenen schließen können." Im Durchschnitt werden in Österreich jährlich 30 bis 70 Masern-Fälle gemeldet.

Gerade die Masern-Ausbrüche, der erste erfolgte in Salzburg im Umkreis einer alternativen Schule, stellt sich offenbar als Lehrstück für die Gesundheitsvorsorge dar. Der Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit: "Es stellt sich heraus, dass anthroposophische Schulen offenbar zunehmend ein Infektionsrisiko in Österreich darstellen. Eine Jugendgruppe aus einer solchen Schule in Oberösterreich wollte gar mit einem Erkrankten und einem Verdachtsfall nach Ungarn auf ein Ferienlager fahren. Sie sind dann dageblieben, weil die ungarischen Behörden sofort eine Quarantäne verhängt hätten." In Ungarn besteht Masern-Impfpflicht, und kein Land der Welt will, dass hoch infektiöse Krankheiten eingeschleppt werden.

Hrabcik denkt bereis an Konsequenzen: "Ich werde auch an das Unterrichtsministerium herantreten. Es ist die Frage, wie in solchen Schulen die schulärztliche Versorgung funktioniert." Dies müsse geklärt werden.

Wenig Alkoholprobleme

Weniger Probleme als von Manchen befürchtet machte der Alkoholkonsum während der EURO 2008. Der Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit: "Es hat sich in Grenzen gehalten. Es ist aber schon zu hinterfragen, ob eine Brauerei der Hauptsponsor einer solchen Veranstaltung sein muss." In Sachen Alkoholmissbrauch seien die Fanmeilen für Jugendliche eine große Versuchung.

Infektionen: tägliche Abklärung

Während der EURO 2008 gab es täglich eine innerösterreichische Telefonkonferenz, in der die jeweils aktuelle Situation rund um Infektionskrankheiten besprochen wurde. Das hat sich bewährt. Der Generaldirektor für die Öffentliche Gesundheit: "Wir hatten von der monatlichen Meldung auf die tägliche Meldung der Fälle von Infektionskrankheiten umgestellt. Es hat sich gezeigt, dass das irrsinnig viel bringt. So konnten wir ein Problem mit der Zubereitung von Speisen beim Nova Rock-Festival sehr rasch identifizieren und abstellen." Das hatte zwar nichts mit der EURO 2008 zu tun, jede Massenveranstaltung mit "fliegender Gastronomie" stellt aber automatisch ein gewisses Risiko in Sachen Magen-Darm-Infektionen dar, die durch Hygienemängel ausgelöst werden.

Hitze am Finaltag

928 Sanitäter haben am Finaltag in ganz Österreich für die gesundheitliche Versorgung der Fans gesorgt. Die Helfer verzeichneten dabei wegen der Hitze zwar einen einsatzreichen, bei Gewaltdelikten aber friedlichen Abend. 316 Mal mussten die Sanis in Wien insgesamt ausrücken, berichtete das Rote Kreuz. Im restlichen Österreich verlief der Abend mit 35 Einsätzen und zwölf Spitalseinlieferungen völlig ruhig.

Vor allem beim Kreislaufproblemen waren die Sanitäter gefragt. Schuld daran seien nicht nur die hohen Temperaturen, sondern auch die langen Stehzeiten in der Menge gewesen, sagte Andreas Zenker, Sprecher des Wiener Sanitätsteams. In Wien mussten bis Mitternacht 22 Personen ins Spital gebracht werden, die Patienten stammten vor allem aus der Fanzone. Über den Schweregrad der Verletzungen gab es vorerst keine Auskunft, einige Kontroll-Untersuchungen im Spital wurden beauftragt. (APA)

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    Ein spanischer Fan sucht Abkühlung am Finaltag

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