Zungenkuss am bet-at-home.com-Plakat: Werberat rudert zurück

26. Juni 2008, 19:11
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Nach Forderung zum Stopp der Plakate sollen Agentur und Auftraggeber nun "mehr Sensibilität" walten lassen

Kürzlich sorgte der österreichische Werberat mit der Forderung nach sofortigen Stopp der Plakatkampagne für bet-at-home.com für Aufregung. Der Zungenkuss zwischen einem Fan der deutschen Nationalmannschaft und einer Österreicherin sei "nicht vorbildlich", man fürchte "ungewollte Nachahmeffekte" hieß es. Die Kampagne stammt von gantnerundenzi.

Stopp zurückgezogen

Jetzt wurde der Werberat durch den Einspruch des Auftraggebers zu einer nochmaligen Beurteilung des Werbeplakats aufgefordert, das "Judgementgremium" habe folgendes Urteil gefällt. "Der Österreichische Werberat fordert das Unternehmen und die Agentur auf, für zukünftige Werbemassnahmen im öffentlichen Raum mehr Sensibilität walten zu lassen und auf die Gefühle von Teilen der Bevölkerung mehr Rücksicht zu nehmen. Auf Grund des 'Ablaufdatums' des Plakats wird der Stopp zurückgezogen, gleichzeitig wird aber an den Auftraggeber appeliert, Printanzeigen mit dem gleichen Sujet abzuändern oder durch neue zu ersetzen.", heißt es.

Effekthascherei

Das Plakat verstoße "eindeutig gegen die allgemeinen Werbegrundsätze und des Selbstbeschränkungskodex sowohl gegen die allgemein anerkannten guten Sitten und bedient sich einer sexuell anstößigen Darstellung", so der Werberat in seiner Begründung. Nicht der Kuss, aber speziell die visuelle Umsetzung der Kampagnenidee am Plakat verstoße gegen den Ethik- und Moral-Kodex.

Und weiter: "Der Argumentation der beabsichtigen Polarisierung muss Effekthascherei auf Kosten von Gefühlen von großen Teilen der Gesamtbevölkerung entgegen gehalten werden. Dies entspricht nicht dem Selbstverständnis der im Werberat vertretenen Organisationen in bezug auf positiv wirtschaftliches Agieren und muss aufgrund der Notwendigkeit der Selbstregulierung hart verurteilt werden". (red)

Nachlese
"Nicht vorbildlich": Werberat fordert Ende der Zungenspiele - Agentur gantnerundenzi entwickelte das Sujet für bet-at-home.com - Werberat für Stopp der Kampagne - "Ungewollte Nachahmeffekte"
  • Artikelbild
    foto: gantnerundenzi
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