Tibet bereitet sich auf Olympisches Feuer vor

1. Juli 2008, 16:57
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Fackellauf wird am Samstag durch die Regionalhauptstadt Lhasa führen - Kritik am Internationalen Olympischen Komitee

Peking - Drei Monate nach den blutig niedergeschlagenen Unruhen in Tibet bereiten sich die dortigen Behörden auf die Ankunft des Olympischen Feuers vor. Nach Pekinger Regierungsplänen führt der Fackellauf am Samstag durch die Regionalhauptstadt Lhasa. Die elf Kilometer lange Staffel soll am Norbulingka-Palast, der einstigen Sommerresidenz des Dalai Lama, beginnen und beim Potala, der großen Palastburg, enden, wie die englischsprachige Zeitung "China Daily" am Freitag berichtete.

Kritik am IOC

Sicherheitsvorkehrungen wurden nicht erwähnt, doch war davon auszugehen, dass diese sehr streng sein würden. Tibet-Aktivisten haben den geplanten Stopp der Flamme in Lhasa kritisiert und der chinesischen Regierung vorgeworfen, sie wolle damit demonstrativ ihre Herrschaft über die Himalaya-Region zur Schau stellen. Der Fackellauf soll in Tibet nur einen Tag dauern statt drei Tage, wie ursprünglich geplant. Zur Begründung hieß es, man habe nachträglich noch die benachbarte Provinz Sichuan einbezogen, der große Teile Tibets angegliedert worden sind.

"Ohne mit der Wimper zu zucken, hat das Internationale Olympische Komitee IOC den Chinesen erlaubt, die Fackel, ein Symbol der Olympischen Spiele, an sich zu reißen um damit die Tibeter niederzuknüppeln", erklärte Lobsang Gyalpo, Vizeobmann der Vereinigung "Save Tibet" in Österreich. "Das IOC hat sich gegen die Chinesen wegen ihrer gebrochenen Zusagen nicht durchgesetzt, es ist zu ihrem Mitspieler geworden."

Exil-Tibeter kritisieren den Fackellauf als Ausdruck des chinesischen Machtanspruchs, ebenso die muslimischen Uiguren in der Nordwest-Region Xinjiang. Am Dienstag hatte das olympische Feuer Urumqi, die Hauptstadt der Region Xinjiang, erreicht. Der Fackellauf durch Xinjiang war überraschend um eine Woche vorverlegt worden. Die Behörden hatten die Bevölkerung vor Beginn aufgefordert, den Fackellauf im Fernsehen zu verfolgen. Es gebe Sicherheitsbedenken wegen der möglicherweise großen Zuschauermenge. (APA)

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