Spekulationen um Banken-Verkäufe in Deutschland

11. Juli 2008, 13:40
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In Deutschland verdichten sich die Anzeichen für bevorstehende Banken-Verkäufe

Frankfurt - In Deutschland verdichten sich die Anzeichen für bevorstehende Banken-Verkäufe. Die Allianz-Tochter Dresdner Bank lässt nach einen Pressebericht neben der Commerzbank auch die Postbank in ihre Bücher schauen. Die Postbank zieht nach einem anderen Bericht inzwischen selbst das Interesse von neuen Bietern auf sich. Demnach hat auch die britische Bank Lloyds TSB ein Auge auf die Tochter der Deutschen Post geworfen. Die Finanzwerte haben in Folge am Montag zu den größten Gewinnern am deutschen Aktienmarkt gezählt.

"Offenbar schauen sich die Banken bereits in die Bücher, und das zeigt, dass es konkret wird", sagte ein Analyst laut Reuters. In den vergangenen Wochen war wiederholt über ein Dreierbündnis aus Commerzbank, Dresdner Bank und Postbank spekuliert worden. Für die Commerzbank wäre Händlern zufolge ein reiner Zusammenschluss von Commerzbank und der Allianz-Tochter Dresdner besser, da dabei größere Synergieeffekte zu erzielen wären. Doch bei allen Varianten gelte die Allianz als der größte Gewinner, da sie ihr "Problemkind" Dresdner loswerden dürfte, hieß es an der Börse.

Santander an Postbank interessiert

Als weitere ausländische Interessenten für die Postbank wurden bisher die spanische Banco Santander, die französische BNP Paribas und der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis genannt. Lloyds befinde sich noch am Anfang eines möglichen Übernahmeangebots, schrieb der "Sunday Telegraph" unter Berufung auf Personen, die dem Lloyds-Führungsgremium nahe stehen. Die fünftgrößte britische Bank prüfe derzeit eine ganze Reihe von Kaufgelegenheiten. Lloyds TSB lehnte eine Stellungnahme ab.

Bei dem Datenaustausch zwischen Dresdner Bank und Postbank gehe es vor allem darum, sich gegenseitig über Kundenstrukturen und damit über den Geschäftswert einen Eindruck zu verschaffen, berichtet der "Focus" in der aktuellen Ausgabe unter Berufung auf informierte Kreise. Die Dresdner Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Allianz und Dresdner Bank

Die Deutsche Post hat einen Verkauf ihrer Bank-Tochter bereits offiziell ins Visier genommen. Die mit 14,5 Mio. Kunden größte deutsche Filialbank ist an der Börse zurzeit gut 10 Mrd. Euro wert. Auch über eine mögliche Trennung des Versicherungskonzerns Allianz von seinem Sorgenkind Dresdner Bank wird spekuliert. Experten schließen bei einer Neuordnung des Bankensektors in Deutschland eine Großfusion nicht aus.

Commerzbank lagen am Vormittag 1,9 Prozent im Plus, Allianz 1,4 Prozent. Die Postbank hinkte mit einem Plus von 0,6 Prozent hinterher. An der Spitze des Dax stand die Aktie der Deutschen Börse, die sich mit einem Plus von 2,4 Prozent von heftigen Kursverlusten in der vergangenen Woche erholte. (APA/dpa-AFX/Reuters)

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