Kindergarten- Sprachsoftware kann nicht mit Wienux

15. Juni 2008, 10:08
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Software zur Feststellung der Sprachkenntnisse in Wiener Kindergärten funktioniert nur im Internet Explorer - Grund für Umstellung auf Windows

Der Grund für den Umstieg der Wiener Kindergärten auf Windows ist offenbar nicht der besseren Performance von Vista gegenüber Linux geschuldet, sondern ist auf Missverständnisse der IT-Abteilung des Magistrats zurückzuführen. Denn die in Auftrag gegebene Sprachsoftware bi-Cube LC funktioniert nur mit Microsofts Internet Explorer und kann daher unter Wienux nicht eingesetzt werden.

Fehlinformationen

"Der Auftrag war schon draußen, als wir erfahren haben, dass die Software 'bi-Cube LC' unter Wienux nicht nutzbar ist", so Christine Spieß, Dienststellenleiterin der für die Kindergärten zuständigen Magistratsabteilung, gegenüber ORF.at. bi-Cube LC wird von der Rostocker Firma iSM entwickelt und dient zum Feststellen der Sprachkenntnisse von Kindern.

Nicht wegen Microsoft-Lobbying

Das Gerücht, dass der Umsteig der Lobbying-Arbeit von Microsoft mit der eigenen Lernsoftware "Die Schlaumäuse" zu verdanken sei, wies Spieß zurück. Der Konzern habe das Programm bereits vor zwei Jahren angeboten, damals sie es von den Pädagoginnen jedoch als ungeeignet eingestuft worden. Mittlerweile sei die Software aber überarbeitet und besser geworden, sodass sie nun eingesetzt werden soll. Zudem soll Wienux weiterhin parallel zu Windows eingesetzt werden, wenn auch auf weniger Rechnern.

Sprachfähigkeit testen

Von der Firma iSM wird bereits seit längerem die sogenannte Schülermatrik eingesetzt, die nun um bi-Cube LC erweitert werden soll. Die Sprachfähigkeit der Kinder soll damit getestet werden um festzustellen, ob eine im letzten Jahr vorgesehene Sprachförderung nötig ist. Die Durchführung der Screenings wurde Ende Februar von der Stadt Wien beschlossen.

Zeit für Linux-Version zu kurz

Auch die bisherigen iSM-Programme, die vom Wiener Stadtschulrat eingesetzt werden, laufen unter Internet Explorer. Die Zeit um eine Version für Wienux zu schreiben, sei schlicht zu kurz gewesen, so iSM-Chef Gerd Rossa. Das Unternehmen habe nur einen Monat Zeit für die Umsetzung gehabt. Zudem hätte es wesentlich mehr gekostet eine vollkommen neue Version zu entwickeln. (red)

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    foto: christian fischer
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