Tele2 vor dem Verkauf - UPC und Mobilfunker in den Startlöchern

25. Juni 2008, 14:59
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"Format": Nicht verbindliche Angebote zwischen 60 und 80 Mio. Euro - Tele2 musste 2007 leichten Umsatz- und Ergebnisrückgang hinnehmen

Österreichs Festnetz- und Internet-Branche steht vor einer möglichen Fast-Monopolisierung. Laut einem Vorab-Bericht des Magazins "Format" soll Tele2 unmittelbar vor dem Verkauf stehen, als Interessenten hätten sich primär der Telekabel-Anbieter UPC und der Mobilfunker "3" in Position gebracht. Käme es zu einer Übernahme durch UPC, würden sich zehn Jahre nach Beginn der Telekom-Liberalisierung nur noch zwei große Unternehmen – UPC/Tele2 und der Ex-Monopolist Telekom Austria – einen Großteil des Festnetz- und des nicht mobilen Internet-Marktes teilen.

"Zu Gerüchten und Spekulationen äußern wir uns als börsenotiertes Unternehmen nicht."

Von Tele2 hieß es am Donnerstag auf APA-Anfrage: "Zu Gerüchten und Spekulationen äußern wir uns als börsenotiertes Unternehmen nicht." Tele2 Österreich ist eine Tochter der schwedischen Tele2-Gruppe und hatte erst vor drei Jahren den Mitbewerber UTA übernommen.

Reges Interesse

Kurz nach der Übernahme hatte es geheißen, nun könnte Tele2 auch One schlucken, mittlerweile wird der drittgrößte heimische Mobilfunker aber selbst als Interessent an einem Kauf von Tele2 genannt. Weiters sollen laut "Format" auch One, T-Mobile und Finanzinvestoren Interesse angemeldet haben. Am kommenden Montag laufe jedenfalls die Frist für die nicht verbindlichen, indikativen Angebote ab, die zwischen 60 und 80 Millionen Euro liegen, so das Magazin.

Re-Monopolisierung

Innerhalb der Branche hatte es schon bei der Übernahme des Festnetzanbieters eTel durch die Telekom Austria im Vorjahr heftige Kritik an einer möglichen Re-Monopolisierung gegeben. So kritisierten die Alternativen Anbieter, dass es zu wenig Auflagen für die Telekom gegeben habe. "Die Entscheidung ist für uns unverständlich, da sie in unserem Rechtsverständnis klar dem Kartellgesetz widerspricht", sagte damals Tele2-Chef Robert Hackl. Sogar die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) schaltete sich ein und kritisierte die Vorgangsweise der Telekom-Regulierungsbehörde RTR. Für Rumoren sorge auch der Kauf der Tele2-Handysparte durch die Telekom Austria, ebenfalls im Vorjahr.

Match

Tele2, das sich mit UPC um den Titel des zweitgrößten Telekomanbieters in Österreich "matcht", musste 2007 einen Umsatzrückgang von 300 auf 280 Mio. Euro hinnehmen, unterm Stich blieb ein ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), nach einem leichten operativen Gewinn im Jahr davor. Die Zahl der Teilnehmer sank von knapp einer Million auf 900.000.(APA)

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