Aufregung um Hygiene in Klagenfurt

1. Juli 2008, 17:00
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Vermehrt Durchfallerkrankungen - Mathiaschitz: "Katastrophale Zustände" -Group 4-Chef Kahle: "Nur logistisches Problem"

Klagenfurt - In der Host City Klagenfurt ist am Dienstag ein Streit wegen der Unterbringung von deutschem Sicherheitspersonal ausgebrochen. Die für Gesundheit zuständige Klagenfurter Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz sprach von "katastrophalen" hygienischen Zuständen.

Notunterkünfte aufgelassen

Durchfallerkrankungen seien die Folge gewesen, die betroffenen Gebäude hätten geräumt werden müssen. "Stimmt nicht, wir hatten ein logistisches Problem", widersprach Christian Kahle von Sicherheitsunternehmen Group 4. Die "Notunterkünfte" wären so oder so aufgelassen worden.

Braune Brühe und keine Duschen

Laut Mathiaschitz seien 240 deutsche Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens Group 4 für die Zeit der EURO 2008 in Klagenfurt in einem unbenutzten Kasernengebäude sowie einem aufgelassenen Sanatorium untergebracht worden. Es habe keine Duschmöglichkeiten gegeben, aus den Wasserleitungen sei eine braune Brühe geronnen, letztendlich seien vermehrt Durchfallerkrankungen aufgetreten, erklärte Mathiaschitz.

Katastrophale Qualität

Ursprünglich hätten alle 240 Sicherheitsleute in dem sei Jahren unbenutzen Kasernengebäude in der Feldkirchner Straße untergebracht werden sollen. Wegen der "katastrophalen" Qualität der Unterkünfte weigerten sich 145 Mitarbeiter zu bleiben. Sie wurden in dem seit März 2008 aufgelassenen Sanatorium Maria Hilf untergebracht. "Aber auch dort waren die Duschknöpfe schon abmontiert", sagte Mathiaschitz.

Nur noch 50 Personen in Unterkünften

Die Deutschen wurden nun in moderne Bleiben am Maltschacher See und in Bad Kleinkirchheim gebracht. "In der Nacht auf Mittwoch muss niemand mehr in diesen Gebäuden schlafen, die Security-Leute sollen ein angenehmes Bild von Kärnten nach Hause mitnehmen", meint Matthiaschitz.

Eine andere Sicht der Dinge hat Christian Kahle: "In der Nacht auf heute haben nur mehr 50 Personen da geschlafen." Wegen eines organisatorischen Problems habe man auf die Notunterkünfte zurückgreifen müssen. Es sei immer geplant gewesen, die Mitarbeiter ordentlich unterzubringen. "Wir haben in ganz Kärnten 20 Hotels angemietet", sagte Kahle.

Vermehrtes Auftreten von Durchfallerkrankungen

Ein vermehrtes Auftreten von Durchfallerkrankungen bestreitet der Sicherheits-Chef allerdings nicht. "Wenn viele Leute auf einem Platz sind, können schon einmal fünf krank werden", meinte Kahle. Dass es sich um eine Räumung der betroffenen Gebäude aus hygienischen Gründen gehandelt habe, wies er zurück.

Problem wird bearbeitet

Die vermehrten Durchfallerkrankungen wurden Dienstagvormittag auch dem Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Hubert Hrabcik, gemeldet. "Das ist ein Problem, das derzeit bearbeitet wird. Die Untersuchung von Proben ist im Laufen. Der zuständige Amtsarzt in Klagenfurt ist tätig. Das muss behandelt werden", sagte der Generaldirektor.

Überwachung von Gastronomiebetrieben

Durchaus möglich sei, dass die Infektionen bereits aus Deutschland eingeschleppt worden sind. Es handle sich zum größten Teil um deutsches Personal. Für die notwendigen Schritte mache das aber natürlich keinen Unterschied. Im Rahmen der verstärkten Sanitätsüberwachung während der EURO 2008 wird speziell auf potenziell übertragbare Krankheiten geachtet. Intensiv überwacht werden auch Gastronomiebetriebe. (APA)

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