EURO 08 - Herzinfarktrisiko steigt

1. Juli 2008, 17:00
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Emotionaler Stress führt laut Studie zu einem ein- bis zu dreimal höheren Herzinfarktrisiko - nach Elferschießen 50 Prozent mehr Fälle

Innsbruck - Mediziner befürchten einen Anstieg der Herzinfarkte bei der bevorstehenden EURO 2008. Grund dafür sei der erhöhte emotionale Stress während aufregender Fußballpartien, so Michael Joannidis, Leiter der Medizinischen Intensivstation der Universitätsklinik für Innere Medizin in Innsbruck. Männer seien besonders gefährdet.

Bei Elferschießen 50 Prozent mehr Einlieferungen

Zuschauer von Fußballweltmeisterschaften haben laut einer Studie von Ute Wilbert-Langen anlässlich der Fußball-WM 2006 in Deutschland ein bis zu dreimal höheres Herzinfarktrisiko. Auch beim Elfmeterschießen im Viertelfinalspiel Frankreich gegen Holland (1996) erhöhten sich die Einlieferungen von Patienten mit Herzinfarkten und Schlaganfällen in den Stunden nach dem Spiel um 50 Prozent, erzählte der Mediziner. Das betreffe nicht nur die Fans in den Stadien und Fanzonen, sondern auch zu Hause vor dem Fernseher könne es gefährlich werden.

Ein Drittel nicht vorbelastet

Durch die psychische Erregung während der Fußballpartien, werde das sympathische Nervensystem aktiviert und die Herzrate gehe in die Höhe. Nicht nur sogenannte Risikogruppen wie Übergewichtige oder Menschen, die sich wenig bewegen, seien zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. "Ein Drittel der Leute, die es erwischt, sind nicht vorbelastet", gab Joannidis an.

In der Studie von Wilbert-Langen, die sich mit den Auswirkungen auf Deutsche Fans befasste, sei das Risiko eine Herzattacke zu erleiden, vor allem bei entscheidenden Spielen der eigenen Nationalmannschaft gestiegen.

Tag der offenen Tür in Innsbruck

Die Intensivmediziner halten derzeit in Innsbruck ihre 40. gemeinsame Jahrestagung ab. Am kommenden Freitag stehen die Türen von 8.00 bis 14.00 Uhr im Congress Innsbruck für alle Interessierten offen. Experten zeigen, was auf einer Intensivstation passiert, wie Intensivpatienten transportiert und wiederbelebt werden.(APA)

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