Google plant Bau eines Rechenzentrums in Oberösterreich

30. Mai 2008, 11:51
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Bürgermeister: "Die Kuh ist noch nicht im Stall" - Von Österreich aus will der IT-Konzern den osteuropäischen Raum verstärkt beackern

Google plant ein Rechenzentrum im Oberösterreichischen Kronstorf zu errichten. Dies berichten die Oberösterreichischen Nachrichten am Donnerstag. Laut der Tageszeitung soll der IT-Konzern bereits "einen Vorvertrag über 60 Hektar Grund abgeschlossen" haben.

600 Millionen

Laut OÖN investiere der Internet-Multi in einen einzigen Standort normalerweise rund 600 Mio. US-Dollar (383 Mio. Euro) - für Gebäude, Einrichtung und die Computer. Im Vorjahr seien 2,4 Mrd. US-Dollar (1,5 Mrd. Euro) für den Betrieb aufgewendet worden.

Kronstorfs Bürgermeister Wilhelm Zunderstorfer gab sich im Gespräch mit dem ORF-Radio Oberösterreich am Donnerstag noch bedeckt: "Die Kuh ist noch nicht im Stall." Allerdings bestätigte er Gespräche mit verschiedenen Firmen. "Und dass eine große dabei ist, ist auch eine Tatsache."

Osteuropa

Von Österreich aus will der Suchmaschinenbetreiber offensichtlich den osteuropäischen Raum verstärkt beackern. Laut den Oberösterreichischen Nachrichten ist der Standort von besonderen Interesse, da die Telekom Austria „in Osteuropa mehrere Tochterfirmen hat und deshalb über ein sehr starkes Datennetz (Backbone) in die ost-/südosteuropäischen Länder verfügt“.

600 Millionen Dollar

Weltweit betreibe Google mehr als 30 solcher Zentren, über die der stark zunehmende Datenverkehr der Kunden abgewickelt werde, so die Berichte. In Europa soll es 13 Standorte geben, zumindest sieben davon seien Datencenter. Zwischen Süddeutschland und Russland dürfte das Google-Netz aber noch Lücken aufweisen, die das geplante Center offenbar schließen soll. Ebenfalls im Rennen sei noch ein Standort in Tschechien oder der Slowakei. Weitere Datencenter seien derzeit in Litauen, Malaysia und Taiwan geplant.

Genaue Zahlen, wie viele Niederlassungen Google hat, gibt es offenbar nicht, denn der Konzern verlange bei seinen Investitionen strikte Verschwiegenheit.

"Kein Kommentar"

Um der Konkurrenz keine Anhaltspunkte für die Leistung seiner Datencenter in die Hände zu spielen, gebe das Unternehmen nie technische Daten bekannt. Der Betrieb werde sogar unter anderem Namen durchgeführt. Seitens des Suchmaschinenbetreibers hieß es gegenüber den Medien: "Kein Kommentar." Unternehmenssprecher Kay Oberbeck verwies nur darauf, dass es für Google wichtig sei, weltweit viele Rechenzentren mit hoher Leistung zu haben.

Wichtigster Standortfaktor

Die Vorbereitungsarbeiten für das Datencenter laufen angeblich bereits seit über einem Jahr. Im Frühjahr 2007 sei die Anfrage eingelangt. Im Juli seien noch sechs Standorte in Zentraleuropa im Rennen gewesen. Wichtigster Standortfaktor sei eine "extrem zuverlässige Versorgung". (red/APA)

  • Bald könnten die Bauarbeiten in Kronstorf starten

    Bald könnten die Bauarbeiten in Kronstorf starten

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