9.000 Beschäftigte bei E.ON im Warnstreik

1. Juli 2008, 10:47
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Schwerpunkte in Bayern, Niedersachsen, Hessen und NRW - Arbeitgeberangebot wurde zurückgewiesen

Berlin - Bei Deutschlands größtem Energieversorger E.ON haben am Mittwoch die ersten Warnstreiks der Konzerngeschichte begonnen. Nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di legten deutschlandweit rund 9.000 Beschäftigte die Arbeit nieder, um der Forderung nach mehr Lohn und Gehalt Nachdruck zu verleihen.

Schwerpunkte der Streikaktionen seien Bayern, Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen gewesen, sagte eine Gewerkschaftssprecherin in Berlin. Zu Beeinträchtigungen der Versorgung sollte es nach den Plänen der Gewerkschaft durch die Arbeitskampfmaßnahmen aber nicht kommen.

Ver.di-Sprecherin Martina Sönnichsen betonte, die Gewerkschaft wolle mit den Streiks das Unternehmen unter Druck setzen. Wenn die Arbeitgeber ihre kompromisslose Haltung nicht aufgäben, seien auch unbefristete Streiks in den großen Kraftwerken nicht ausgeschlossen, betonte die Gewerkschaft.

Verdi will 8,5 Prozent mehr

Ver.di und die Industriegewerkschaft BCE fordern für die rund 30.000 Beschäftigten 8,5 Prozent mehr Geld, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um mindestens 120 Euro und Übernahmeregelungen für Auszubildende. Zudem sollen nach dem Willen der Arbeitnehmer-Vertreter ergänzende Instrumente vereinbart werden, um Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen zu sichern.

Die Arbeitgeber hatten dagegen zuletzt fünf Prozent mehr Geld für eine Laufzeit von 14 Monaten sowie eine Einmalzahlung von 400 Euro angeboten. Im Gegenzug sollte die Arbeitszeit um eine Stunde verlängert werden. Dies war von den Gewerkschaften entschieden zurückgewiesen worden. Das Angebot spiegle in keiner Weise die Ertragssituation bei E.ON wider und liege deutlich unter den anderen Abschlüssen in der Energiewirtschaft. Real bedeute es für die Beschäftigten nur eine Erhöhung von rund zwei Prozent.

Die Energieversorger RWE und Vattenfall hatten nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" in den vergangenen Monaten Tarifabschlüsse von 3,9 Prozent vorgelegt. Beim Versorger EnBW lag der Abschluss nach einem eintägigen Abschalten von vier Kraftwerken bei 4,35 Prozent. (APA/AP)

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