HAL ist tot. Lang lebe DeviceKit!

16. Mai 2008, 19:27
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Zentrale Linux-Software wird neu geschrieben - Soll schlanker und besser skalierbar werden

Vor allem im Bereich Desktop-Bereich hat der Hardware Abstraction Layer (HAL) in den letzten Jahren Linux einige Schritte nach vorne gebracht. Immerhin hat es so den Zugriff von unprivilegierten UserInnen auf Hardware-Ressourcen erheblich vereinfacht und komfortabler gestaltet. Etwas dass die meisten BenutzerInnen vor allem an Dingen wie dem Autoimport von Bildern beim Anhängen einer Kamera bemerken.

Ankündigung

Nun soll HAL aber bald bereits wieder in Pension geschickt werden, dies kündigt der zentrale Entwickler der Software, David Zeuthen, in einem Posting auf der Mailing-Liste des Projekts an. Über die Zeit haben sich einige konzeptionelle Probleme bei HAL gezeigt, die einen vollständigen Rewrite erfordern.

DeviceKit

Dieser soll in den nächsten Monaten in Form von DeviceKit erfolgen, die Software soll mit klassischen Problemen von HAL aufräumen. So sei dieses schlicht zu komplex, es gäbe praktisch keine EntwicklerInnen, die den vollständigen Überblick über die gesamte Code-Basis haben. Auch skaliere HAL auf großen Systemen nur schlecht, etwas das gerade im Enterprise-Bereich ein echtes Problem sei, so Zeuthen.

Konzentration

DeviceKit soll nun deutlich schlanker werden und sich auf drei Kernaufgaben konzentrieren: Das systemweite Power Management, sowie der Umgang mit USB-Geräten und Datenträgern. Damit würde man auch einige Überlappungen mit anderen Systemkomponenten ausräumen, so gebe es gerade mit udev eine Vielzahl von Überschneidungen. Auch könne man auf viele Teile mittlerweile verzichten, da sich die gesamte Linux-Plattform seit der Entstehung von HAL im Jahr 2003 wesentlich verbessert habe.

Zeitplan

In den letzten 2-3 Monaten hat Zeuthen bereits an der neuen Lösung gearbeitet. Erste Testpakete für Fedora 9 hat er in der Ankündigung verlinkt. Bis zu einer fertigen Release wird es allerdings noch einige Monate dauern, konkret visiert er eine Veröffentlichung zeitgerecht für GNOME 2.24 / Fedora 10 an. Mit GNOME 2.26 / Fedora 11 soll dann der Großteil des Systems auf DeviceKit portiert sein. (Andreas Proschofsky)

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    GNOME Disk Utility
    Parallel zu DeviceKit soll auch ein grafisches Frontend zum Management von Festplatten veröffentlicht werden. Die Palette der Funktionalität reicht dabei vom Anlegen neuer Partitionen bis zur Verwaltung von Software-RAID-Verbünden.

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    Verschlüsselung
    Auch einfache Verschlüsselung von Dateisystemen, das sichere Löschen von Platten oder das Auslesen von SMART-Attributen sollen mit GDU komfortabel erledigbar sein.

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