Unterwasserarchäologen finden Caesar-Büste in der Rhone

26. Mai 2008, 14:05
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Abbild wurde noch zu seinen Lebzeiten angefertigt und ist damit das älteste, das bislang gefunden wurde - auch "lebensgroße" Statuen mythologischer Figuren lagen im Flussbett

Paris - In der Nähe von Arles in Südfrankreich haben französische Unterwasserarchäologen in der Rhône eine Büste Julius Caesars in lebensgetreuem Maßstab gefunden; sie zeigt den Feldherrn und Diktator in seinen späten Lebensjahren. Bei der Marmorbüste handelt es sich um die älteste bekannte Darstellung Caesars, bestätigte das französische Kulturministerium am Mittwoch in Paris. Nach Angaben des Ministeriums stammt die Büste aus dem Jahr 46 vor Christus, dem Jahr, in dem Caesar aufbauend auf einer keltischen Siedlung die Colonia Julia Paterna Arelate Sextanorum gegründet hat - das heutige Arles.

"Selbst in Rom hat man nie ein Abbild von Caesar aus seinen Lebzeiten gefunden", sagte der französische Wissenschaftler Luc Long, der die Grabungen in der Rhône leitet. Bisher seien 20 bis 25 Abbilder des römischen Feldherren bekanntgewesen, aber sie seien alle nach Caesars Tod entstanden. Long bezeichnete das Caesar-Abbild als "Teil des Weltkulturerbes". Er nehme an, "dass die Büste in den Fluss geworfen wurde, nachdem Caesar ermordet worden war. Es wäre damals nicht gut gewesen, als ein Anhänger von ihm zu gelten." Die Büste von Caesar sei bis auf die abgebrochene Nase gut erhalten, sagte Long. "Ich habe ihn sofort erkannt."

Weitere Funde

Neben der Caesar-Büste haben die Forscher der französischen Unterwasser-Archäologiebehörde (DRASSM) etwa hundert weitere Gegenstände im Flussbett der Rhône entdeckt, darunter eine 1,80 Meter hohe Neptun-Statue. Sie ist ebenfalls aus Marmor und soll aus dem 3. Jahrhundert nach Christus stammen. Zu den außergewöhnlichen Funden gehört auch eine rund 70 Zentimeter hohe Bronzestatue. Sie stellt den aus Phrygien stammenden Satyr Marsyas mit auf dem Rücken gefesselten Händen dar und soll hellenistisch-griechischen Ursprungs sein.

Michel l'Hour, der Chef der DRASSM, ist davon überzeugt, dass noch weitere Funde in der Nähe von Arles zu erwarten sind. Neue Tauchgänge sind bereits für den Sommer geplant.(APA/dpa/red)

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