Bundesheer baut Fahrzeugflotte aus

13. Mai 2008, 17:36
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Heeresspitze will weitere Radpanzer – aber längst nicht so viele wie 1996 beschlossen

Wien – Im Jahr 1996 hat die Bundesregierung beschlossen, 220 Radpanzer zu kaufen – mit einer Option, insgesamt 1000 Stück zu beschaffen. Daraus geworden sind inzwischen 60 Stück vom Steyr „Pandur“ in seiner sechsräderigen („6x6“) Version, die sich vor allem bei Auslandseinsätzen bewähren. Schon in den Neunzigerjahren hatte es erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den Beschaffern im Heer und den Lieferanten von Steyr gegeben. Jetzt aber sagt Generalstabschef Edmund Entacher zum STANDARD: „Das System ist keineswegs aufgegeben.“

Bei nächster Gelegenheit – sprich: wenn es dafür budgetären Spielraum gibt – sollten weitere 60 Radpanzer ausgeschrieben und bestellt werden. Dabei könne es sich aber nicht um jene Pandur handeln, die die tschechische Armee abbestellt hat: „Es ist nicht so, dass bei Steyr Panzer auf dem Hof stehen, die nur abzuholen wären.“ Jene Panzer hätten in Tschechien gefertigt werden sollen – beim Bundesheer-Auftrag würde auf österreichische Wertschöpfung gedrängt. Und es werde wohl eher an die 6x6-Version als an die für Tschechien vorgesehene 8x8-Version gedacht, auch wenn diese nicht ausgeschlossen sei.

Damit käme es zu einer Abrundung der Fahrzeugflotte: In den letzten beiden Jahren wurden 307 MAN- und 268 Unimog-Laster gekauft, zudem 100 VW Touareg. Zu den bereits beschafften 20 gepanzerten „Dingo“ wurde nun eine Ausschreibung für weitere 150 gleiche oder ähnliche Fahrzeuge veröffentlicht, zudem sollen 170 „geschützte Mehrzweckfahrzeuge“ gekauft werden. Referenzmodell dafür ist der „Eagle“ von Mowag, das (wie die Pandur-Schmiede Steyr) zu General Dynamics gehört. (Conrad Seidl/DER STANDARD, Printausgabe, 14.5.2008)

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