Japan und China vereinbaren Menschenrechtsdialog

1. Juli 2008, 13:54
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Gesprächsrunden sollen auch Tibet-Problematik einschließen

Tokio - Japan und China wollen einen Dialog über Menschenrechte führen. Darauf verständigten sich der japanische Ministerpräsident Yasuo Fukuda und der chinesische Staats- und Parteichef Hu Jintao. Beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, "auf Basis von Gleichheit und gegenseitigem Respekt" einen Dialog über Menschenrechtsfragen zu führen und auch bei internationalen Menschenrechten zu kooperieren, hieß es in einer am Donnerstag in Tokio verbreiteten Presseerklärung. Dies schließe die Tibet-Problematik mit ein, auch wenn sie nicht ausdrücklich erwähnt sei, sagte ein Vertreter des japanischen Außenministeriums der Nachrichtenagentur Kyodo.

Hu und Fukuda hatten sich am Vortag auf eine "strategische Partnerschaft von gegenseitigem Nutzen" verständigt und von einem "neuen historischen Startpunkt" in den Beziehungen ihrer Länder gesprochen. Der vereinbarte Menschenrechtsdialog soll der Verwirklichung dieser Partnerschaft dienen. Die beiden asiatischen Nachbarstaaten hatten einen solchen Dialog im Jahr 2000 ausgesetzt, nachdem Japan und die USA vor den Vereinten Nationen China aufgefordert hatten, die Lage der Menschenrechte im eigenen Land zu verbessern.

Mit seiner Bereitschaft zur Wiederaufnahme des Dialogs scheine China die internationale Besorgnis über seinen Umgang mit der Tibet-Frage dämpfen zu wollen, berichtete Kyodo weiter. Unterdessen protestierten mehr als 100 Studenten am Donnerstag an der Tokioter Elite-Universität Waseda gegen Pekings Politik gegenüber den Tibetern. Dutzende von Einsatzkräften der Polizei blockierten den Zugang zum Vorlesungssaal, wo der chinesische Präsident später eine Rede hielt. (APA/dpa)

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