Kurz und kürzer

1. Mai 2008, 20:45
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Gastspiel: Filmfestival Oberhausen im TV - 00.15 Uhr, 3sat

Die Internationalen Kurzfilmtage im deutschen Oberhausen werden derzeit zum 54. Mal ausgetragen. Rund fünfhundert Beiträge aus aller Welt sind dort zu sehen (gut zehnmal so viel werden jährlich eingereicht), die vor allem ihre Kürze eint. Davon abgesehen herrscht größte Vielfalt, die sich in einem kleinen Ausschnitt an zwei Abenden nun auch im Fernsehen präsentiert:

3sat zeigt insgesamt sieben deutsche Produktionen, die 2007 prämiert wurden oder 2008 im Wettbewerb laufen: Darunter die elegische Animation "" von Daniel Höpfner," Die Tragöden aus der Stadt" von Eva Könnemann, die die Vorbereitungen des Schauspielers Fabian Hinrichs und des Regisseurs Laurent Chétouan für eine Hamlet-Inszenierung begleitet, oder "Hit the Floor" von Kays Khalil, eine dokumentarische Collage brisanten Inhalts.

Nicht zuletzt lässt sich selbst an dieser schmalen Auswahl ablesen, dass die Kurzfilmtage die Trennung zwischen Laufbildproduktionen, die im traditionellen Filmkontext entstehen, und solchen, die im und fürs Kunstfeld gemacht werden, gekonnt aufheben. So ist beim zweiten TV-Termin (6. 5., 23.00) auch die israelische Künstlerin Keren Cytter mit "Der Spiegel" vertreten: einem Videoloop, der um die Brüchigkeit weiblicher Selbst- und Fremdwahrnehmung kreist und der während der Berlinale Teil des Ausstellungsparcours von "forum expanded" war - jetzt also im Kino und im TV. Kurzfilm regiert. (Isabella Reicher/DER STANDARD, Printausgabe, 2.5.2008)

  • Mehrstimmige (De-)Montage von Weiblichkeit: "Der Spiegel" (2007) von Keren Cytter.
    foto: 3sat/zdf

    Mehrstimmige (De-)Montage von Weiblichkeit: "Der Spiegel" (2007) von Keren Cytter.

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