"3"-Chef Thoma: Mobiles Breitband löst ADSL und Co. ab

5. Mai 2008, 12:00
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Mobilfunker setzte vor fünf Jahren seine Segel - Unternehmen zählt mittlerweile über 555.500 Kunden - Hoffnungsträger Handy-TV

Im Mai 2003 setzte der kleinste heimische Mobilfunker "3" seine Segel. "Viele haben damals nicht gesehen, was mit UMTS möglich ist", so 3-Chef Berthold Thoma am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Nun spielt Österreich "in der Championsleague" der mobilen Kommunikation. "Wir haben UMTS zum Durchbruch verholfen und wir haben mit UMTS den Durchbruch geschafft".

Über 555.500 Kunden

Mittlerweile zählt "3" über 555.500 Kunden. "Ein Viertel davon nutzt ausschließlich mobiles Internet", so Thoma. Damit sei man Marktführer am Privatkundenmarkt. Das UMTS-Netz versorgt 94 Prozent der Bevölkerung und ist damit größer als die Netze der Konkurrenz. "Wir versorgen auch Gegenden, wo es sonst kein Breitband-Internet gibt". Das 3-Netz soll auch weiter ausgebaut werden, da das Datenaufkommen in den letzten Monaten enorm gewachsen sei. Für Thoma ein klares Zeichen, dass mobiles Breitband den Massenmarkt erobert und herkömmliche ADSL-Leitungen ablöst.

"DVB-H" zur EM

2007 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 190,432 Millionen Euro. Seit 2006 wirtschafte man EBITDA-positiv, bis zu einem Reingewinn werde es aber "eine Weile dauern", so Thoma mit Verweis auf über eine Milliarde Euro an Investitionen in den vergangenen Jahren. "3" zählt zu den größten Auslandsinvestoren in Österreich. Das Unternehmen beschäftigt 450 Mitarbeiter - in etwa gleichviel wie zum Start 2003.

Handy-TV

"Mobile Marketing" und Handy-TV sollen in der der Zukunft für zusätzliche Einnahmen sorgen. Rechtzeitig zur EM 2008 will man den Handy-TV Standard "DVB-H" anbieten. Auch will sich das Unternehmen als Vorreiter gegen Roaming-Gebühren positionieren. Die "Schranken müssen fallen", vor allem im Datenbereich. Wie umfangreich das TV-Angebot zur EURO 2008 sein werde, lasse sich derzeit noch nicht sagen. Auch die Tarife stünden noch nicht fest. Thoma glaubt jedenfalls, dass sich TV am Handy genauso durchsetzen wird wie mobiles Internetsurfen. "Entscheidend ist nicht die Größe des Displays, sondern die Auflösung", betonte er. Außerdem würden bald UMTS-Datenkarten mit TV-Funktion auf den Markt kommen, die mobiles Fernsehen weiter vorantreiben würden.

"Es wurden in Österreich mehr Skypephones, als iPhones verkauft"

Die Einführung des „Skypephones“ bezeichnete Thoma als großen Erfolg. Der Internet-Telefonanbieter Skype brachte mit dem Mobilfunkanbieter ein eigenes Handy auf den Markt. Das Handy verfügt über eine eigene "Skype-Taste". Drückt man auf diese Taste, kann man dann zu anderen Skype-Telefonen, aber auch zu anderen Nutzern des Internet-Telefondienstes am PC oder Notebook telefonieren. Umgekehrt kann man jederzeit auch aus dem Internet via Skype das Handy erreichen. "Es wurden in Österreich mehr Skypephones, als iPhones verkauft", so Thoma. Das Apple-Handy sei "in Europa ein Bauchfleck." Die fehlende UMTS-Funktionalität machen aus dem Ferrari einen Käfer.

"Geburtstagsgeschenk"

Als "Geburtstagsgeschenk" von 3 können Neukunden den Datentarif 3DataFair mit 15GB Datenvolumen für 5 Euro pro Monat (Aktion gilt bis Jahresende) erstehen. Das Angebot allerdings nur bei Abschluss in der Geburtstagswoche von 5. Mai bis 10.Mai 2008. Bestandskunden können am 5. Mai kostenlos telefonieren und mobiles Breitband nutzen.

Die "3"-Mutter Hutchison (Hongkong) erzielte im Vorjahr mit 220.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 28 Mrd. Euro. Der Konzern unter Vorstand Sir Li Ka-shing ist in 52 Ländern präsent und in den Geschäftsfeldern Reederei, Immobilen. Einzelhandel, Energie und Telekommunikation tätig. Weltweit hat "3" über 17 Millionen UMTS-Kunden. (sum)

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  • 3-Chef Berthold Thoma

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