Globale Armutsbekämpfung - ein Trojanisches Pferd?

11. Juli 2008, 22:40
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Mögliche Auswege aus der Armutsspirale sowie Kriegsstrategien des Westens standen im Zentrum der 25. Sommerakademie am Friedenszentrum Schlaining

Die Vereinten Nationen und ihre 192 Mitgliedstaaten haben sich in ihren Millenniumszielen darauf geeinigt, den Anteil der hungernden Menschen und jener, die von weniger als einem US $ täglich leben müssen, bis ins Jahr 2015 auf die Hälfte zu reduzieren.

Die Zwischenbilanzen zeigen, dass dies in weiten Teilen der Welt nicht erfüllt werden kann. Und die ökonomischen Grenzen, unter denen ein Mensch als „absolut arm“ gilt, sind in Diskussion geraten, schreibt Thomas Roithner vom Österreichischen Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung im Einleitungstext zur 25. Sommerakademie auf Burg Schlaining.

Im Engagement gegen Armut setzt die westliche Staatengemeinschaft auf „die Integration aller Länder in die Weltwirtschaft“. Sowohl EU als auch USA erkennen in den Finanzinstitutionen nicht zu hinterfragende Schlüsselinstitutionen der globalen Entwicklung. Doch Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, ortet im gegenwärtigen neoliberalen Weltwirtschaftssystem das Epizentrum dieses Problems: „Im Imperium der Schande, das vom organisierten Mangel regiert wird, ist der Krieg nicht mehr eine zeitweilige Erscheinung, sondern permanent.“

Armutsspirale, Kriegsstrategien und Alternativen

Von 6. bis 11. Juli beschäftigten sich namhafte ExpertInnen mit dem Thema rund um Kriege und globale Armutsbekämpfung und dabei auch alternative Lösungsstrategien präsentieren. Unter den Vortragenden waren unter anderem: Elmar Altvater (Politikwissenschafter, Freie Universität Berlin), Josef Hader (Kabarettist und Schauspieler), Peter Lock (Sozialwissenschafter, EART Hamburg), Franz Nuscheler (Friedens- und Entwicklungsforscher, Universität Duisburg-Essen) oder Dieter Senghaas (Friedens- und Entwicklungsforscher, Universität Bremen). (red)

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