Warum sterben Spielemagazine?

17. April 2008, 15:13
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Chefredakteurin von PC Games erklärt den massiven Leserschwund der Printmagazine

Die Spielebranche boomt, doch die Auflagenzahlen der großen deutschen Spielemagazine fallen in den Keller. Allein die großen Drei - Computer Bild Spiele, GameStar und PC Games - verzeichneten im Vergleichszeitraum Q1 2007 zu Q1 2008 im Schnitt einen Verlust von 23 Prozent an verkaufter Auflage. In einem Interview mit Golem.de erläutert Petra Fröhlich, Chefredakteurin von PC Games, weshalb Printmagazine im Spielebereich besonders unter dem wachsenden Einfluss der Online-Medien zu leiden haben.

 

Unmittelbar

Demnach sei die Unmittelbarkeit des Internets ausschlaggebend. Viele der Spieler seien sowieso regelmäßig online und verfügen zu meist auch über rasche Internet-Anbindungen. Der Klick zum Newsticker läge da näher, als der Weg zum nächsten Zeitungsstand. Auch sei der Einfluss von Langzeitspielen wie World of WarCraft nicht zu unterschätzen. "Hardcore-Gamer" zeigen kaum Interesse Informationen zu anderen Titeln.

Chance

Dennoch gäbe es gerade in diesem Segment auch Chancen für Wachstum. "Very Special Interest"-Magazine extra für eine Sorte von Spielern geben Anlass zur Neupositionierung.

Ganz allgemein sei es aber immer noch so, dass die großen Exklusiv-Geschichten nach wie vor in den Printmedien gespielt werden, da es auch für die Hersteller attraktiver sei, sich auf einer Doppelseite zu vermarkten, als in einer Online-Schlagzeile.

Einbahnstraße

Dass der Online-Zug allerdings nicht mehr aufzuhalten ist, zeigen auch die vermehrten Investitionen der Printverlage in das Internet. Zuletzt hatte Gamestar seinen Internet-Auftritt neu aufgerollt.(zw)

  • Gehören Spielberichte im Heftformat der Vergangenheit an?

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