Sport auch bei Lungenerkrankung

16. April 2008, 11:26
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Ob COPD oder Asthma - Experten empfehlen trotz Atemnot zu adäquater sportlicher Betätigung, da Aktivität die Lebensqualität erhöht und das Mortalitätsrisiko senkt

Wien - Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Asthma sind Krankheiten mit einem ähnlichen Hauptsymptom: Atemnot. Da sie den Bewegungsumfang der Patienten drastisch einschränkt, liegt für viele Betroffene der Gedanke an sportliche Betätigung in weiter Ferne.

Geringeres Mortalitätsrisiko

Die Tatsache, dass eine individuell abgestimmte und kontinuierliche körperliche Aktivität die Lebensqualität erhöht und sogar das Mortalitätsrisiko senkt, ist vielen Patienten aber leider noch nicht bewusst, hieß es heute bei einer Pressekonferenz in Wien.

Zunahme der Lungenerkrankungen

Insgesamt sind Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD auch in Österreich in rapidem Vormarsch. Rund sechs Prozent der Erwachsenen sowie etwa zehn Prozent aller Jugendlichen leiden an Asthma bronchiale. Mehr als 20 Prozent aller Menschen über 50 sind von der COPD, der "Raucherlunge", betroffen. Lungenerkrankungen zählen heute zu den häufigsten Ursachen für Sterblichkeit und Invalidität, mit steigender Inzidenz.

Vierthäufigste Todesursache

Die COPD ist bereits die vierthäufigste Todesursache in den Industrieländern, rund 600 Millionen Menschen sind weltweit an einer COPD erkrankt, vorwiegend Raucher beziehungsweise ehemalige Raucher. Bis 2020 wird COPD die dritthäufigste Todesursache der westlichen Welt sein.

Anstrengung vermeiden ist falsch

Das gemeinsame Problem von COPD und Asthma ist die Atemnot, welche die Kapazitäten für körperliche Bewegung der Patienten drastisch einschränkt. Dies führt dazu, dass die Patienten Anstrengungen bewusst vermeiden, um eine eventuelle Atemnot zu umgehen. Dass sie mit diesem Handeln gerade das Gegenteil bewirken, ist vielen Patienten nicht bewusst. Als Folge fehlender sportlicher Tätigkeit verlieren die Patienten trotz bester medizinischer Behandlung noch zusätzlich an körperlicher Leistungsfähigkeit.

Training wesentlicher Teil

Bei der COPD sinkt die Lungenfunktion rapide ab, die Betroffenen kommen schnell außer Atem und sind bereits nach alltäglichen Anstrengungen erschöpft. "Ein regelmäßiges, individuell der Leistungsfähigkeit angepasstes Training sollte daher als Teil des medizinischen Managements gesehen werden, um die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Sauerstoffaufnahmefähigkeit erhöhen

Das Training sollte mittels Ausdauertraining die Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Patienten erhöhen und mittels Muskelaufbautraining eine altersentsprechende Muskelmasse aufbauen", erläuterte der Wiener Pulmologe und Sportmediziner Paul Haber.

Gikt bei Gesunden, wie Kranken

Eine bessere körperliche Leistungsfähigkeit ist die wichtigste Voraussetzung, nicht nur für eine Verbesserung der Lebensqualität sondern auch der Überlebensprognose. Wie eine aktuelle Studie belegt, verringert eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit bei Patienten mit COPD das Risiko zu sterben, gegenüber Patienten mit einer geringen körperlichen Leistungsfähigkeit. "Das gilt übrigens nicht nur bei COPD, sondern auch bei Kreislauferkrankungen und sogar bei Gesunden", so Haber. (APA)

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