TV-Sender verlieren Stammpublikum

16. April 2008, 09:28
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Zuschauer entwickeln stärkere Bindung zu einzelnen Formaten - Klassisches Fernsehen nicht mehr gefragt?

Fernsehsender verlieren mehr und mehr ihr Stammpublikum. Zwar ist TV weiterhin das beliebteste Massenmedium, doch die einzelnen Sender müssen sich von ihren früher sehr loyalen Zuschauerkreisen verabschieden. Wie eine aktuelle britische Untersuchung des Beratungsunternehmens Accenture zeigt, entwickeln die Nutzer heute eher eine starke Bindung an ein einzelnes Format als an einen Sender. Die große Mehrheit der TV-Zuseher, die über drei verschiedene Programme pro Woche konsumieren, schauen diese auch auf mehr als drei verschiedenen Sendern.

Channel-Hopping

Laut Accenture belegt dieser "Channel-Hopping"-Trend, dass die Nutzer sich gegenüber ihren Lieblingssendungen viel treuer zeigen als gegenüber einer bestimmten Sendermarke. 97 Prozent der Befragten in acht verschiedenen Ländern gaben aber zumindest an, wenigstens einmal pro Woche fernzusehen. Insofern steht es zwar gut um das Medium an sich, für die einzelnen TV-Stationen geben die Ergebnisse der Studie allerdings Anlass zur Sorge. Vor allem zeigen sich viele Nutzer unzufrieden mit dem traditionellen TV - kritisiert werden Werbeunterbrechungen und das Gebundensein an fixe Ausstrahlungszeiten.

Selbsthilfe

Gleichzeitig bestätigt sich ein weiteres Mal, dass unzufriedene Zuschauer zur Selbsthilfe greifen und neue Wege erschließen, um jene Programme zu sehen zu bekommen, die sie gerne mögen. So nutzt inzwischen jeder dritte Erwachsene alternative Möglichkeiten zum traditionellen Fernsehen, um die gewünschten Programme zu empfangen. Dieser Trend zeigt sich insbesondere unter jungen Zusehern. So schauen laut der Studie beispielsweise in den USA 46 Prozent der 18- bis 24-Jährigen wöchentlich Sendungen auf mobilen Endgeräten.

On-Demand

Auch kostenpflichtige On-Demand-Dienste werden vor allem von der Gruppe der unter 35-Jährigen genutzt. Obwohl das Bezahlfernsehen in Deutschland generell im Vergleich zu anderen Ländern einen eher schweren Stand habe, entwickelten sich die gebührenpflichtigen Video-on-Demand-Angebote auch hier recht positiv, sagt Andre Wiegand, Branchenexperte und Geschäftsführer von Goldmedia, gegenüber pressetext. Er bestätigt auch den Trend zu alternativen Empfangswegen. "Mittlerweile bezieht ein Viertel der Internetnutzer wöchentlich Videoinhalte über das Netz", fügt der Experte hinzu. (pte)

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