Rundschau: Und so beginnt es

    2. Mai 2008, 17:26
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    Arthur C. Clarkes "Rendezvous mit Rama", die "Spin"-Fortsetzung "Axis", "Punktown", der "Flusswelt"-Zyklus, "Magma", "Das Jahrhundert der Hexen" und Teil 1 von Grimberts "Die Magier"

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    coverfoto: festa verlag

    Jeffrey Thomas: "Punktown"

    Broschiert, 331 Seiten, € 11,40, Festa Verlag 2006.

    Paxton, "Punktown" genannt, könnte für China Mievilles New Crobuzon Pate gestanden haben: Eine monströse Stadt auf dem Planeten Oasis, in der Menschen, Außerirdische, künstliche Geschöpfe und Mutanten nebeneinander leben. Nur bedingt miteinander, denn der Gewaltpegel ist hoch: Syndikate heuern Auftragskiller an, geklonte Fabrikarbeiter werden nach ein paar Dienstjahren verbrannt, Aliens dürfen ungestraft morden, wenn sie dies vor den Behörden als kulturelle Eigenheit begründen.

    Dem gegenüber stehen ProtagonistInnen, die fast wie Romancharaktere aus dem 19. Jahrhundert mit Konzepten wie moralische Integrität, persönliche Würde, Liebe und Einsamkeit ringen: Der Künstler Drew etwa, der entstellte Klone seiner selbst an sadistisch veranlagte Kunden verkauft. Oder die Kellnerin Norah, die sich die Erinnerung an eine Vergewaltigung aus dem Gedächtnis löschen hat lassen und nun jedem Mann als möglichem Täter misstraut. Oder Junk Pharaoh, Vollstrecker eines Nachbarschafts-Sicherheitsdienstes, der eine ehemalige Liebhaberin eliminieren soll, die zur hausgroßen Gebärmaschine Sweaty-Betty, die Termitenkönigin mutiert ist.

    Der US-Amerikaner Jeffrey Thomas hat seit den 90ern Geschichten rund um seine Hauptschöpfung "Punktown" veröffentlicht - die 15 hier versammelten durchgängig guten bis hervorragenden Episoden erinnern an die bizarren Welten Mievilles ebenso wie an die Blut- und Fleisch-Poesie Clive Barkers.

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