Selbst organisierende Molekülfalle entwickelt

29. März 2008, 18:30
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Schweizerisch-österreichisches Forscherteam stellt den Teilchen mit einem Nano-Netz nach - Möglicher Einsatz: kostengünstigere Katalysatoren

Washington/Wien - Ein schweizerisch-österreichisches Wissenschafterteam hat eine sich selbst organisierende Falle entwickelt, die dazu dient Atome oder Moleküle einzufangen. Diese Falle, bestehend aus Bornitrid auf Ruthenium oder Rhodium, könnte etwa die Basis für kostengünstigere Katalysatoren sein, berichtete Studienautor Peter Blaha, Materialphysiker an der Technischen Universität (TU) Wien.

Vor allem Grundlagenphysiker verwenden häufig Laserstrahlen oder auch Magnetfelder als Fallen für einzelne Atome, Moleküle oder andere Teilchen. Im Gegensatz dazu haben die Wiener Materialphysiker mit ihren Kollegen der Universität Zürich gleichsam eine handfeste Version einer Falle erzeugt. Dazu wird Bornitrid auf eine Unterlage aus Ruthenium oder auch Rhodium aufgebracht.

Nano-Netz

Das Bornitrid ordnet sich von selbst zu einem netzartigen, sechseckigem Muster auf der Unterlage, letztendlich entsteht eine Art Nano-Netz. Dabei weist ein einzelnes Loch des Netzes einen Durchmesser von zwei Nanometern auf. "Auf dem Netz können dann beispielsweise Metalle deponiert werden", so Blaha. Dabei ordnen sich die Metalle zu winzigen Clustern zwischen den Maschen Nano-Netzes.

Etwa Platinatome können so angeordnet werden, wobei ein einzelner Cluster nur aus wenigen 100 bis 1.000 Atomen besteht. Das vervielfacht die Oberfläche des Platins, das Material wäre so wesentlich effektiver in Katalysatoren einsetzbar. Ein weiterer, willkommener Effekt wäre, dass man wesentlich weniger des teuren Platins verwenden müsste. Die Erfindung wurde in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Science" beschrieben. (APA/red)

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