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23. April 2008, 13:05
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Mit dem Einstieg von CPI/Gazit sei MEL für die nächsten Jahre ausfinan­ziert, so der designierte MEL-Vor­standschef Katzman

Mit dem Einstieg von CPI/Gazit sei MEL für die nächsten zwei bis drei Jahre ausfinanziert, sagt der designierte MEL-Vorstandschef Chaim Katzman. Den Aktionären verspricht er Transparenz.

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Wien – Als langfristigen Investor hat sich der künftige Hauptaktionär der Meinl European Land (MEL) und designierte Vorstandschef Chaim Katzman am Mittwoch in Wien präsentiert. Er wolle MEL zu einer der führenden Immobiliengesellschaften in Zentral- und Osteuropa ausbauen und verspreche den leidgeprüften Kleinanlegern eine transparente Unternehmensführung, sagte Katzman im Gespräch mit dem STANDARD.

"Wir wissen, dass es für die MEL-Aktionäre bisher kein Spaziergang war, aber zu dem Zeitpunkt, als das alles passierte, kannte ich noch nicht einmal den Namen Meinl." MEL habe Projekte im Wert von 3,5 Milliarden Euro in der Pipeline, die man nun mit den Mitteln aus dem Einstieg des Jointventures CPI/Gazit in den nächsten zwei bis drei Jahren entwickeln werde.

Daneben werde es aber auch Zukäufe geben. "Ich gehe davon aus, dass das meiste davon halbentwickelte Projekte sein werden, bei denen das Geld ausgegangen ist", so Katzman, der den künftigen regionalen Schwerpunkt der Immobiliengesellschaft in Polen, Russland und der Türkei sieht. Nach dem Closing verfüge MEL über mehr als zwei Mrd. Euro an Barmitteln. Eine weitere Kapitalerhöhung sei daher in absehbarer Zeit nicht geplant.

CPI/Gazit ist laut CPI-Direktorin Shanti Sen ein eigens für den Deal gegründetes 50:50-Jointventure des von der Citibank gemanagten Immobilienfonds Citi Property Investors (CPI) und der in Israel börsennotierten Gazit Globe. Die Investments würden zu gleichen Teilen getätigt, der Investmenthorizont sei bei CPI aber mit rund sieben Jahren ein kürzerer als bei Gazit. "Dann werden wir einen Exit suchen", so Sen.

Den vielkritisierten Firmensitz auf Jersey werde MEL beibehalten, sagte Katzman. "Das muss kein Problem sein, wenn man es nicht dazu macht. Wir werden die Firma in transparenter Weise führen und ihr einen State-of-the-Art-Corporate-Governance-Code verpassen." Um das MEL-Portfolio "zu schützen", gebe es ein Konkurrenzverbot für bisherige MEL-Manager. "Sie dürfen drei Jahre lang in keinem der elf MEL-Länder tätig werden", so Katzman. Das Klagsrisiko, das bei MEL verbleibe, habe man bei dem rund eine Milliarde Euro schweren Deal einkalkuliert. Katzman: "Wir hoffen aber, dass es durch unseren Einstieg abgeschwächt wird." (Gabriele Kolar, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.03.2008)

  • Der zukünftige MEL-Vorstandschef Chaim Katzman (rechts) und CPI-Direktorin Shanti Sen sehen das Klagsrisiko bei MEL gelassen und glauben an die Wertsteigerungsmöglichkeiten des MEL-Portfolios.
    foto: standard/christian fischer

    Der zukünftige MEL-Vorstandschef Chaim Katzman (rechts) und CPI-Direktorin Shanti Sen sehen das Klagsrisiko bei MEL gelassen und glauben an die Wertsteigerungsmöglichkeiten des MEL-Portfolios.

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