Feeding Frenzy

24. März 2008, 21:40
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Ein Teil der österreichischen Presse ist, was Gusenbauer betrifft, in einen Fressrausch verfallen: wurscht was er tut, es wird ein Skandal

Feeding Frenzy nennt man die Fressraserei vor allem von Haien, die ein Stück Beute erwischt haben und sich gebärden wie Wahnsinnige. Ein Teil der österreichischen Presse ist in Feeding Frenzy verfallen, was Gusenbauers tatsächliche oder angebliche Patzer und Allüren betrifft. Wurscht, was er tut, es wird ein Skandal. Seine Weinkennerschaft, seine Upgradings, sein Urlaub an sich, sein Blaulichtfahren, jetzt auch noch sein iPhone.

Er ist selbst mit schuld daran, aber das hat sich verselbstständigt. Vor allem Zeitungen, die sich so gern als Champions des "Volks" verstehen, kriegen sich überhaupt nicht mehr ein vor Empörung. Die lieben nur Politiker, die in Umfragen nach ihrer Lieblingsspeise "geröstete Knödel mit Ei" angeben und es nicht wagen, außerhalb Österreichs Urlaub zu machen. Doch dieselben Herausgeber lieben auch Politiker, die sich von Bankiers, die sie überwachen sollten, auf Yachten einladen und dann für einen Managementjob einkaufen lassen; die sich von der Industrie Homepages schenken lassen; die die teuersten Dienstwagen bestellt haben. Aber das ist was anderes. Was? Na, halt was anderes. Die sind eben nicht Gusenbauer. Das ist der ganze Unterschied. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.3.2008)

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