Sa: Kellerderby im Tivoli-Stadion

22. März 2008, 19:56
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Mit Niederlage gegen Kärnten wären Tiroler schon fünf Punkte hinter Rang neun - Wacker-Coach Kraft: "Match hat Endspiel-Charakter" - Schinkels: "Haben eine Portion Selbstvertrauen"

Innsbruck - Für den FC Wacker Innsbruck ist das Heimspiel der 31. T-Mobile Fußball-Bundesliga-Runde gegen den SK Austria Kärnten eine Schicksalspartie. MIt einer Niederlage würde sich der Rückstand des seit sechs Spielen sieglosen Schlusslichts auf die neuntplatzierten Klagenfurter fünf Runden vor Saisonende bereits auf fünf Zähler vergrößern. Mit ein Grund, warum die Tiroler im Tivoli-Stadion jetzt auch auf übersinnliche Kräfte setzen.

Mit einem vollen Erfolg würden die Innsbrucker das Tabellenende wieder verlassen. "Das Match hat für uns einen Endspiel-Charakter. Wir wollen Kärnten die Rote Laterne mitgeben", betonte Innsbruck-Coach Helmut Kraft. Ein Sieg, der erste seit dem 1:0 am 16. Februar daheim gegen Sturm Graz, wäre für die abschließenden fünf Runden enorm wichtig. "Mit einem Sieg würden wir unserem Ziel Klassenerhalt wieder etwas näher rücken. Wenn wir verlieren, ist immer noch nicht alles abgeschlossen, aber weit weg", so Kraft.

Der Ex-Ried-Coach, der glaubt, dass es eine emotionelle Geschichte werden könnte, hofft, dass seine Elf durch den späten Ausgleichstreffer zum 3:3 in Linz (Madl/93. Minute) das nötige Selbstvertrauen mitgenommen hat. "Das Tor war für die Mannschaft wie eine Befreiung." Die Innsbrucker setzen im Abstiegskampf aber nicht nur auf Kampfgeist und Durchhaltevermögen, sondern neuerdings auch auf übersinnliche Kräfte, in Form von Fans gestifteten und neben der Trainerbank gelagerten Glücksbringern. "Wir müssen die positive Energie bündeln", sagte Wacker-Obmann Gerhard Stocker.

Für die Kärntner waren wiederum die vergangenen drei Runden, in denen Roland Kollmann und Co. gleich sieben Punkte holten, befreiend. "Wir sind nach Wien gefahren, um zu gewinnen und fahren auch nach Innsbruck, um zu siegen", betonte Kärnten-Trainer Frenkie Schinkels. Deshalb werde er auch seine Elf mit einem offensiven System (3-4-3) aufs Feld schicken. "Ich will ja keine Berliner Mauer aufstellen", so Schinkels, mit dem Nachsatz: "Kämpfen wird zu wenig sein, wir müssen auch spielerisch überzeugen."

In der Favoritenrolle seien aber aufgrund des Heimvorteils die Innsbrucker. "Aber wir haben eine Portion Selbstvertrauen, nicht nur wir, sondern ganz Kärnten atmet wieder auf, die Burschen werden wieder gelobt", weiß Schinkels. Für den Niederländer ist es es eine besondere Partie, immerhin wäre er im Herbst/Winter fast als Söndergaard-Nachfolger auf der Innsbrucker-Trainerbank gelandet. "Ich schätze Helmut Kraft und hätte damals auch gerne mit ihm zusammengearbeitet. Jetzt bin ich aber zu 100 Prozent bei Kärnten, froh hier zu sein und will Strukturen schaffen sowie einiges bewegen", merkte Schinkels an.

Von einer Vorentscheidung im Abstiegskampf würde der 45-Jährige auch bei einem Sieg noch nicht sprechen. "Auch Altach ist wieder da", sieht Schinkels auch den dritten Abstiegskandidaten noch nicht gerettet. Die Kärntner, bei denen Chiquinho, Ledwon, Prawda und Kollmann leicht angeschlagen sind, haben in der laufenden Saison in der Fremde erst elf Punkte geholt (3 Siege/2 Remis/10 Niederlagen).(APA)

SAMSTAG:

  • FC WACKER INNSBRUCK - SK AUSTRIA KELAG KÄRNTEN (Tivoli-Stadion, 18.00/live Premiere-Einzelspiel, SR Steiner). Bisherige Saisonergebnisse: 1:1 (h), 0:2 (a), 2:0 (a).

    Innsbruck: Pavlovic - Samwald, Feldhofer, Madl, Windisch - Hölzl, Lindström, Hattenberger, Kolousek, Schreter - Orosz

    Ersatz: Grünwald - Mimm, Knabel, Martin Dollinger, Clottey, Arthur, Seelaus, Aganun

    Es fehlen: Schrott (gesperrt), Idrizaj, Mader (beide rekonvaleszent), Grüner (krank)

    Kärnten: Schranz - Chaile, Hiden, Ortlechner - Bubenik, Ledwon, Junuzovic, Prawda - Wolf, Kollmann/Mössner, Weber

    Ersatz: Königshofer - Plassnegger, Riedl, Pirker, Stückler, Hauser, Ngwenya, Ketelaer

    Es fehlen: Krajic, Kabat (beide verletzt)

    Fraglich: Chiquinho (angeschlagen) ~

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