ÖAMTC: Spritpreissenkung "zu gering"

20. April 2008, 20:11
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Rohstoffpreise bewegen sich wieder deutlich nach unten - Euro unter 1,55 Dollar

Wien - "Zu spät. Zu gering." Zu diesem - vordergründig wenig überraschenden - Urteil kommt der Autofahrerklub ÖAMTC bezüglich des jüngsten Spritsenkungsschritts der OMV in Österreich. Der Mineralölkonzern hat vor dem Feiertagswochenende die "Richtpreise" für Benzin und Diesel um zwei Cent je Liter gesenkt. Unter Richtpreise werden die "Höchstpreise" verstanden, also jene, die pro Liter Sprit auf einer gut frequentierten Autobahntankstelle mit Bedienung verlangt werden.

In Österreich sei die Welt verkehrt, urteilt ÖAMTC-Treibstoffexpertin Elisabeth Brugger-Brandau: "In der vergangenen Woche ist der Preis für Superbenzin in Rotterdam um 8,5 Prozent gesunken, der Dieselpreis um vier Prozent. Hier sind die Preise im selben Zeitraum um 1,4 Prozent bei Benzin und sogar um 6,1 Prozent bei Diesel gestiegen."

Ölpreise gehen runter

Der Rohölpreis hatte sich vor dem Wochenende scharf nach unten bewegt - nach den düsteren Prognosen für die US-Wirtschaft als Folge der Kreditkrise. Das Fallen im Ausmaß von rund sieben Dollar binnen 24 Stunden sei laut den Analysten von JBC Energy in Wien der deutlichste Einbruch seit Jänner 1991 gewesen.

Die Rohstoffmärkte wurden voll von einer Rezessionsangst erfasst, urteilen Experten. Neben dem Ölpreis fällt auch der Preis von Gold (auf 920 Dollar, nach dem Rekordstand von 1030 Dollar) und anderen Edelmetallen - auch ein Hinweis auf die Angst vor einem Konjunktureinbruch. Das abrupte Auf und Ab bei Öl wie auch bei Gold weise auf eine hohe Nervosität auf allen Märkten hin, heißt es.

Der fallende Ölpreis wiederum gab dem Dollar Auftrieb: Am Freitag bewegte sich der Eurokurs deutlich unter 1,55 Dollar. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22./23./24.3.2008)

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