Makler laufen Sturm gegen Provisionskürzung

20. März 2008, 14:42
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Wiener Fachgruppen-Obmann Brichard: Neuregelung ist "völlig inakzeptabel" - 2.200 Betroffene in Wien

Wien - "Völlig inakzeptabel" sei der Entwurf, sagt Oliver Brichard. Der Wiener Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder wehrt sich vehement dagegen, dass Mieter künftig zwei anstatt bisher drei Monatsmieten Provision zahlen sollen. Von der angedachten Neuregelung wären laut Aussendung alleine in Wien 2.200 Maklerunternehmen betroffen.

Der Wohnungssuchende habe vielleicht ein- bis zweimal im Leben eine Maklerprovision zu bezahlen, so Brichard am Donnerstag in einer Aussendung. "Genauso gut könnte man die Senkung der Flughafengebühr auf Male, wo der Durchschnittsösterreicher höchstens zweimal im Leben landet, als Maßnahme der Inflationsbekämpfung verkaufen", meinte Brichard. Eine wirkliche Stärkung der Kaufkraft könne nur durch eine Entlastung von den Nutzern periodisch treffenden Zahlungsverpflichtungen erreicht werden.

"Diktatorisch"

Auch die Fachliste der gewerblichen Wirtschaft zeigt sich empört über den Entwurf. "Hier wird einer Branche, unter dem Vorwand, dies sei sozial erforderlich und leitet sich aus der Schutzbedürftigkeit der Mieter ab, diktatorisch 33 Prozent ihres Umsatzes gestrichen", hieß es in einer Aussendung. Bei den heimischen Immobilienmaklern gebe es viele Klein- und Familienbetriebe, für die diese Einkommenseinbußen eine Existenzgefährdung darstellen beziehungsweise das Ende ihre Unternehmens bedeuten werde, hieß es.

Die Anmietung einer Wohnung bedürfe nicht zwingend der Inanspruchnahme eines Maklers, so die Fachliste. Gerade in Österreich werden viele Wohnungen privat vergeben, hieß es. Sozial Bedürftige würden in der Regel auch nicht über einen Makler Wohnungen mieten. Der soziale Aspekt wäre somit widerlegt, so die Aussendung. (APA)

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