Diskontsatz der US-Notenbank

17. März 2008, 14:19
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Washington - Der Diskontsatz in den USA ist der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank direkt mit kurzfristigen Krediten versorgen können. Die US-Zentralbank Fed senkte diesen Satz am Sonntag um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent. Damit liegt er nur noch einen Viertel Prozentpunkt über dem als Schlüsselzins geltenden Zielsatz für Tagesgeld von drei Prozent.

Dieser ist maßgeblich für die Zinsen kurzfristiger Geldmarkt-Papiere und bestimmt damit auch die Kosten für Kredite zwischen Banken. In Deutschland war der Diskontsatz jahrelang einer der Schlüsselzinsen der Bundesbank.

Grund für die erneute Zinssenkung der Federal Reserve ist die Tatsache, dass sich die Banken in den USA wegen der Hypothekenkrise nach wie vor nur zögerlich untereinander Geld leihen. Seit Sommer 2007 senkte sie den Diskontsatz in mehreren Schritten um mehr als zwei Prozentpunkte. Die Notenbank versucht dadurch die Liquidität am Markt zu erhöhen.

Drei Programme

Es gibt drei verschiedene Diskont-Programme, die jeweils unterschiedliche Zinssätze haben:

- Banken mit einer gesunden Kapitalausstattung erhalten von der Notenbank sogenannte Primär-Kredite, die üblicherweise eine sehr kurze Laufzeit haben, etwa Übernachtkredite. Nur für sie gilt der neue Zinssatz von 3,25 Prozent.

- Finanzinstitute, die die Bedingungen für Primärkredite nicht erfüllen, können sich Sekundärkredite sichern, um kurzfristige Liquiditätsbedürfnisse zu decken oder ernste Finanzprobleme zu bewältigen. Die Zinsen hierfür sind höher.

- Vergleichsweise kleine Banken mit stark schwankenden Finanzbedürfnissen erhalten sogenannte Saisonkredite. Dies gilt etwa für Institute, die in landwirtschaftlich geprägten Gegenden engagiert sind. (APA)

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