Selbstgestrickte Oma-Socken per Mausklick

30. März 2008, 21:13
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Eine ungewöhnliche Geschäftsidee sorgt in der Schweiz gerade für Schlagzeilen: Großmütter stricken gemütliche Wollsocken, die man im Online-Shop bestellen kann

Jeder liebt sie – selbstgestrickte kuschelige Wollsocken von Oma. Was für ein angenehmes Gefühl ist es doch, damit gemütlich am Sofa zu sitzen, die Zehen warm verpackt.

Doch weil nicht jeder eine Oma hat, die Wollsocken strickt, haben die beiden Schweizer Unternehmer Manuel Rieder und Caesar von Däniken eine erfolgreiche Geschäftsidee geboren: Socken-strickende "NetGrannys".

Auswahl per Mausklick

Das Prinzip dahinter ist so einfach wie genial: 20 Omis stricken auf Internet-Bestellung kuschelige Wollsocken. Zum Preis von 27,90 Euro pro Paar. Zu bestellen auf www.netgranny.ch.

Und dabei kann man sich sogar aussuchen, welche Oma die Socken stricken soll. Von jeder gibt es ein Foto und eine kurze Beschreibung. "Bereits mit sechs Jahren habe ich meiner kleinen Schwester das Stricken beigebracht", weiß zum Beispiel Granny Trudi in ihrem Profil stolz zu berichten. Wer von ihr selbstgestrickte Socken will, hat gerade Glück. Denn sie hat zurzeit keine Vorbestellungen. Wenn man also gleich bestellt, ist man in 14 Tagen stolzer Besitzer neuer Knuddelsocken. Farbe und Muster kann man sich per Mausklick aussuchen.

Besonders lange Wartezeit gibt es bei Granny Annelies. Sie strickt gerade drei Paar Socken. Da dauert es bis zu einem Monat, bis die Bestellung geliefert wird. Die strickt sie übrigens am liebsten, wenn im Fernsehen ein spannender Krimi läuft.

Neben Socken bieten einige Omis seit neuem auch Armstulpen mit Daumenloch an – natürlich auch aus Wolle.

Viele Omas wollen mitmachen

Bestellungen kommen aus dem In- und Ausland, sogar aus den USA. Und sollten die 20 strickenden Omis bald mit den Bestellungen überfordert sein, gibt es bereits eine Lösung: „Wir haben über 100 motivierte Omas auf der Warteliste, die gerne für unser Portal Socken stricken möchten“ erklärt "NetGranny"-Gründer Manuel Rieder stolz.

Reich werden die strickenden Omas aber nicht. Sie bekommen pro Paar 15 SFr (9,50 Euro). "Den meisten Großmüttern geht es nicht ums Geld verdienen, sondern darum, ihr Hobby, das Stricken, zu finanzieren", so Rieder.

Nicht Hobby, sondern Leidenschaft

Einige Grannys sind sogar süchtig nach Stricken, zum Beispiel Omi Brida. "Stricken ist nicht nur ein Hobby, sondern eine Leidenschaft", verkündet sie stolz in ihrem Profil. Insgesamt hat sie schon mehr als 50 Paar Socken für das Portal selbst gestrickt. "Eine Oma hat vom vielen Stricken sogar eine Sehnenscheidenentzündung bekommen", erzählt Rieder.

Strickende Net-Grannys – eine erfolgreiche Geschäftidee, die jedem knuddelige Omasocken ins Haus liefert. (Dorit Krobath)

  • Granny Annelies: "Wenn ein spannender Krimi läuft, stricke ich die Socken gleich fertig."
    foto: www.netgranny.ch

    Granny Annelies: "Wenn ein spannender Krimi läuft, stricke ich die Socken gleich fertig."

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