Deutliches von Andre Heller zur Causa Leopold Museum

12. März 2008, 15:38
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Verhöhnung der Opfer eine "nicht endende Schweinerei"

Wien - Deutliche Worte in der Diskussion um Raubkunst im Leopold Museum findet der Künstler Andre Heller in der Nachrichtenillustrierten "News": "Menschen, die ihre Kunsthamstersucht, noch dazu mit Steuergeldern, über moralische Mindeststandards stellen, müssen zur Raison gebracht werden", bemerkte er in einem Interview.

Der "fortgesetzte Betrug, die Brüskierung" und "die Verhöhnung der Opfer" seien eine "nicht endende Schweinerei." Man solle endlich bemerken, "dass es eben nicht Herr Leopold war, der die Bedeutung von Klimt und Schiele und Egger-Lienz und wie sie alle heißen, zentral erkannte, sondern sehr lange vor ihm und vor 1938 die erstaunlich vielen feinsinnigen und später ermordeten oder vertriebenen jüdischen Sammler", so Heller. Er würde sich auch von "der klugen und lieben" Kulturministerin Claudia Schmied "emotionellere und schärfere" Aussagen wünschen.

An der aktuellen Kulturpolitik bemängelte Heller außerdem die Budgetlage des Films, der zumindest ebenso wichtig, und in seiner sogar Wirkung breiter sei, als das Theater. "Diese Einsicht spiegelt sich im Kulturbudget so atemberaubend lächerlich nicht wieder, dass einem die Worte fehlen."

Für den Fall von Neuwahlen sprach der langjährige SPÖ-Sympathisant eine deutliche Drohung aus. Sollte es zu einer rot-blauen Koalition kommen würde er sich "restlos von der SPÖ abwenden, und Tausende andere würden das gleiche tun." Es gebe so viele wichtige Themen für die Bevölkerung, in der Großen Koalition hätte es deshalb einer "frischen, nicht ineinander verhassten Generation bedurft", die in ein "bitter notwendiges gegenseitiges Vertrauen investiert". (APA)

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