UN-Sonderbotschafterin soll noch länger im Spital bleiben

12. März 2008, 17:30
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Ärzte: Waris Dirie soll sich im Spital erholen

Wien - Waris Dirie geht es nach ihrer stationären Aufnahme in ein Wiener Spital noch nicht besser: "Sie ist müde und eine schwere Grippe hat sie auch", berichtete Walter Lutschinger, Manager der UN-Sonderbotschafterin. Die Erkrankung sei wahrscheinlich durch den ganzen Stress hinzugekommen. "Es ist besser, sie bleibt im Spital und erholt sich dort", betonte er.

Die Ärzte hätten vorgeschlagen, dass die bekannte Autorin ("Wüstenblume") noch länger im Krankenhaus behandelt werde, um zur Ruhe zu kommen, erklärte Lutschinger.

Verschwinden

Die gebürtige Somalierin war in der vergangenen Woche tagelang spurlos in Brüssel verschwunden und berichtete erst nach ihrer Rückkehr nach Österreich, ein Taxifahrer habe sie gefangen gehalten und versucht, sie zu vergewaltigen. Eine diesbezügliche Anzeige, die nun bei der Wiener Polizei erstattet werde, soll an die belgischen Behörden weitergeleitet werden, sagte Lutschinger. Tathergang, Personen- und Fahrzeugbeschreibung sollen helfen, den Mann ausfindig zu machen. In ihrer ersten Reaktion hatte die Autorin ihr Verschwinden als "Missverständnis" abgetan, laut ihrem Manager Walter Lutschinger wegen eines schweren Schocks. Die Brüsseler Behörden wiesen Diries Anschuldigungen als "Märchen" zurück.

Keine Hilfe von der Polizei

Die zweite Frage, die anschließend geklärt werden müsse, sei, warum die Polizei jemanden mit einer dunklen Hautfarbe einfach weggeschickt habe, so der Manager. Die gebürtige Somalierin richtet schwere Vorwürfe gegen die belgischen Behörden, die sie "wie eine Prostituierte" behandelt haben sollen. Waris Dirie sei davon völlig schockiert und habe sich "wie ein Flüchtling" gefühlt, erzählte Lutschinger. Um 23.00 Uhr sei sie noch eine UN-Sonderbotschafterin gewesen, zwei Stunden später eine Immigrantin.

Große Anteilnahme

Die Anteilnahme der Fans am Schicksal Waris Diries sei auf jeden Fall enorm, sagte der Manager. Etwa 80.000 Zugriffe auf ihrer Homepage habe man in den vergangenen Tagen statt der üblichen 2.000 bis 3.000 täglich verzeichnet. Der Computer werde durch Mails regelrecht blockiert. Waris Dirie müsse sich erholen, auch wenn sie dadurch etliche Termine versäume. Die Dreharbeiten zur Verfilmung eines ihrer Bücher starten in Kürze, erste Pressetermine diesbezüglich hätten in den kommenden Tagen stattfinden sollen.

Waris Dirie war im Rahmen ihrer UN-Tätigkeit nach Brüssel gereist, am 4. März nach einem Disco-Besuch verschwunden und bis 7. März wie vom Erdboden verschluckt. Das Ex-Model gab an, das Hotel nicht mehr gefunden zu haben, nachdem sie keine Hilfe von der Polizei erhalten habe, sei sie auf der Suche danach auf ihren Peiniger gestoßen. (APA)

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