Hollywood-Stars zittern vor peinlichen Enthüllungen

24. März 2008, 19:09
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Zu Anthony Pellicanos Klienten zählten Sylvester Stallone, Farah Fawcett und mehr als 100 andere Promis - Jetzt steht der Privatdetektiv vor Gericht

Die Liste der 127 Zeugen liest sich wie das Who's who in Hollywood: Sylvester Stallone, Chris Rock und Farrah Fawcett könnten demnächst ebenso in den Zeugenstand treten wie Filmboss Ron Meyer, der ehemalige Schauspielagent Michael Ovitz sowie Brad Grey, der Geschäftsführer von Paramount Pictures.

Sie alle waren Klienten von Anthony Pellicano, der wegen illegaler Methoden wie das Anzapfen von Telefonen und Bestechung vor Gericht steht. "Dies ist ein Korruptionsfall, der die Fundamente der Gesellschaft unterminiert", sagte der stellvertretende Staatsanwalt Kevin Lally am Donnerstag in Los Angeles, als das Verfahren gegen den Ex-Polizisten und ehemaligen Beschäftigten einer Telefongesellschaft eröffnet wurde.

Pellicano war der Mann, zu dem die Reichen und Mächtigen in Hollywood gingen, um Leichen im Keller ihrer Opponenten auszugraben oder um herauszufinden, wer mit wem wo schlief. Sein Computer-Passwort lautete "Omerta", das sizilianische Wort für Schweigen. Allein von Michael Jackson soll er eine Million Dollar kassiert haben, als dieser vor einigen Jahren von einem 13-Jährigen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wurde.

"Problemlöser"

Der 63-Jährige, der sich vor Gericht selbst verteidigt, weist die Vorwürfe von sich. Er bezeichnet sich vielmehr als "Problemlöser", der von seinen vermögenden Kunden geliebt worden sei, da er Resultate lieferte.

Pellicano arbeitete für prominente Anwälte wie Bert Fields, die wiederum Tom Cruise, Michael Jackson oder Elizabeth Taylor repräsentierten. Die meisten Stars bekräftigten, dass sie nichts von seinen illegalen Methoden gewusst hätten. Doch es gibt auch schon sieben Schuldbekenntnisse, darunter jenes John McTiernans, Regisseur von "Die Hard", der zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Er hatte Pellicano beauftragt, das Telefon eines Geschäftspartners zu überwachen, und bei den Ermittlungen gelogen. (Rita Neubauer aus Los Angeles, DER STANDARD; Printausgabe, 10.3.2008)

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