Das Volk der Maya in Mittelamerika: Tempelbauer und Großstädter

6. März 2008, 20:04
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Die Maya lebten bereits vor Jahrtausenden in großen Städten und hatte eine Schrift und einen Kalender

Die Nachfahren des Volkes haben manch alte Tradition erhalten.

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Frage: Wer waren die Maya? Wie lebten sie?

Antwort: Die Maya lebten in Mittelamerika. Erste ihnen zuordenbare Siedlungen gab es schon vor über 5000 Jahren. Die Maya errichteten Tempelpyramiden, die heute ein beliebtes Reiseziel sind. Das hauptsächlich vom Maisanbau lebende Volk wohnte zum Teil in für die damalige Zeit sehr großen Städten mit bis zu 50.000 Einwohnern. Zu ihrer Blüte zählten die Maya zehn bis 20 Millionen Menschen. Sie hatten eine Schrift, einen sehr genauen Kalender und ein rituelles Ballspiel. Bemerkenswert ist aber auch ihre für die Zeit sehr moderne Art des Pflanzenanbaus: Sie legten Sümpfe trocken und bauten Kanäle. Heute weiß man vieles über sie, weil sie zahlreiche Informationen über Ereignisse und Könige in Bildersprache in Steinmonumenten (sogenannten Stelen) aufgezeichnet haben. Viele von diesen Stelen blieben im Regenwald erhalten. Archäologen haben später ihre Botschaften entschlüsselt. Daraus ging hervor, dass die Maya untereinander oft Kriege führten. Die Kriegsgefangenen sollen dann als Menschenopfer zu bestimmten Ereignissen den Göttern geopfert worden sein.

Frage: Wie konnte ihre Hochkultur erlöschen?

Antwort: Um 800 nach Christus dürften Kriege und Hungersnöte oder klimatische Veränderungen zu einem raschen Niedergang eines Großteils der Maya-Kultur geführt haben. Manche Städte konnten sich länger halten und wurden erst Ende des 16. Jahrhunderts von spanischen Eroberern unterworfen. Die Spanier haben die letzten Könige und Priester ermordet und die vielen Bücher der Maya verbrannt.

Frage: Gibt es immer noch Maya?

Antwort: Die Kultur der Maya ist nie untergegangen, auch wenn heute beim Stichwort "Maya" meist an die Entdeckungen der Tempel- und Pyramidenanlagen aus alten Zeiten gedacht wird. Noch heute gibt es rund acht Millionen Nachfahren. Sie leben im Süden Mexikos, in Guatemala und Belize.

Frage: Wie leben die Maya heute? Gibt es noch alte Traditionen?

Antwort: Ja, es gibt noch Überbleibsel alter Traditionen. In manchen Gegenden ist bei den Maya immer noch eine jahrhundertealte Heilkunst lebendig. Auch das traditionelle Handwerk ist noch nicht ganz ausgestorben. Beispielsweise weben manche Frauen noch nach alter Tradition und stellen so kunstvolle Trachten her. Die Religion der Maya ist heute christlich geprägt, durchmischt mit alten Maya-Traditionen. Immer noch sind Opfergaben üblich, allerdings sind es keine Menschenopfer mehr - geopfert werden Hühner, Gewürze oder Kerzen. In Guatemala am Atitlán-See verehren die Menschen zudem noch heute "Maximón". Er ist ein Heiliger und soll einen alten Maya-Gott verkörpern, der als bunt angezogene Puppe dargestellt wird. Die Maya leben auch heute noch zum Großteil von Maisanbau, immer mehr auch vom Tourismus. (Gudrun Springer, DER STANDARD - Printausgabe, 7. März 2008)

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Links
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www.kinderuni.at

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Diese Maya-Pyramide steht in der Tempelstadt Chichén Itzá im heutigen Mexiko.

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