Ein Toter bei Kurden-Demonstration in Van

14. März 2008, 17:10
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DTP erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizei

Ankara - Bei einer Kurden-Demonstration in der Türkei ist ein Teilnehmer unter ungeklärten Umständen tödlich verletzt worden. Der Mann sei in der Nacht in einem Krankenhaus in der osttürkischen Stadt Van gestorben, sagte am Donnerstag ein hochrangiger Polizeibeamter, der anonym bleiben wollte. Der Demonstrant sei von einem Stein am Kopf getroffen worden, als sich am Mittwoch Teilnehmer eines von der pro-kurdischen Partei DTP organisierten Festivals zu einem Protestzug zusammenschlossen.

Die DTP machte die Polizei für den Tod des Demonstranten verantwortlich. Zehn Polizeibeamte hätten den 58-Jährigen im Hof des Krankenhauses mit Schlagstöcken zu Tode geprügelt, erklärte die Partei. Zudem hätten sie die medizinische Versorgung mit Gewalt behindert.

Der Polizeichef von Van, Mehmet Salih Kesmez, sagte der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, bei den Protesten seien 14 Polizisten verletzt worden, einer von ihnen schwer. 101 Menschen seien festgenommen worden.

Medienberichten zufolge setzte die Polizei Tränengas ein und gab Warnschüsse ab. Protestteilnehmer hätten in Parolen ihre Unterstützung für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bekundet und die Sicherheitskräfte mit Steinen beworfen. Bei der Bestattung des Demonstranten in Ercis kam es erneut zu Ausschreitungen. Trauernde bewarfen nach Angaben von Anadolu die Polizei mit Steinen. Die Sicherheitskräfte gaben Warnschüsse ab, um die Menge zu zerstreuen. (APA)

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