Streubesitz bekommt Bezugsrechte

9. April 2008, 11:55
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Die Streubesitz-Aktionäre werden bei der geplanten Kapitalerhöhung von den Bezugsrechten nicht ausgeschlossen, beschloss das Syndikat

Wien – Vor der AUA-Aufsichtsratsitzung am 12. März traf sich am Donnerstag neuerlich das Syndikat, um weitere Details für den Einstieg von Mohamed Al Jaber festzulegen. Fix ist nun, dass die Kleinaktionäre Bezugsrechte für die geplante Kapitalerhöhung bekommen werden, während die Syndikats-Mitglieder auf ihre Bezugsrechte verzichten. Der Grund: Vor allem die Bank-Aktionäre wollen ihre Anteile an der Airline reduzieren.

Wie berichtet, will Al Jaber mittels Kapitalerhöhung bei der AUA einsteigen. Er hat dafür 150 Mio. Euro vorgesehen, was ihm (bei einem Einstiegskurs von 7,10 Euro) einen Anteil von rund 20 Prozent sichert. Die Hälfte davon wird er in das Syndikat einbringen. Aktuell notiert die AUA-Aktie bei 5,53 Euro, weshalb Kleinanleger-Vertreter Wilhelm Rasinger den Streubesitz-Aktionären – für den Fall, dass sie zukaufen wollen – rät, es jetzt zu tun und nicht auf die Kapitalerhöhung zu warten.

Aktuell hält die Staatsholding ÖIAG 42,75 Prozent, Raiffeisen 3,43 Prozent, BA-CA/LVBG 2,41 Prozent und die Wiener Städtische 1,41 Prozent. Die AUA selbst besitzt rund zwei Prozent der eigenen Aktien, die restlichen 48 Prozent sind im Streubesitz. Rasinger steht der Kapitalerhöhung "skeptisch gegenüber". Die AUA habe auch im Vorjahr "nicht bewiesen, dass sie gut aufgestellt ist und alleine ohne strategischen Partner überleben kann". In den vergangenen zehn Jahren habe die AUA ihren Aktionären nur "Verdruss und Ärger bereitet".

Vertragsklauseln

Laut Format sind sich die ÖIAG und Al Jaber auch über die sogenannte Mitverkaufsverpflichtung nahezu einig. Die besagt, dass Al Jaber seine Anteile ebenfalls verkaufen muss, sollte die ÖIAG die AUA privatisieren. ÖIAG-Chef Peter Michaelis, dessen AUA-Anteil nach Al Jabers Einstieg auf etwa 34 Prozent fällt, bestehe auf diese Vertragsklausel, weil ein Verkauf im Fall des Falles sonst erschwert, wenn nicht unmöglich wäre. Das sei auch die Meinung des Finanzministers. Im Gegenzug garantiere die ÖIAG dem Scheich, dass sie ihm zumindest seinen Einkaufspreis von 7,10 Euro/Aktie bezahlt, sollte er von sich aus wieder aussteigen wollen. Es soll aber eine Behaltefrist von rund drei Jahren vereinbart werden. Gegen den Willen der ÖIAG dürfe Al Jaber aber an keinen anderen Aktionär verkaufen. Wird die AUA für weniger als 7,10 Euro/Aktie etwa an die Lufthansa verkauft, müsse die Staatsholding Al Jaber die Differenz ersetzen, schreibt Format. (Claudia Ruff, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 7.3.2008)

  • Scheich Mohamed Al Jaber.
    foto: standard/votava

    Scheich Mohamed Al Jaber.

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