"Das Geheimnis der Wüste"

8. März 2008, 18:30
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Tiroler Beitrag zur Erforschung der libyschen Sahara im Tiroler Landesmuseum

Innsbruck - Im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum wurde die Ausstellung "Das Geheimnis der Wüste - Ein Tiroler Beitrag zur Erforschung der libyschen Sahara" eröffnet. Seit den 70er Jahren bereist das Forscherpaar Rüdiger und Gabriele Lutz die libysche Sahara. Nun sind die von ihnen in den Bergen und Schluchten des Messak entdeckten Fossilien und Felsbilder in Innsbruck ausgestellt. Fotos und Millionen Jahre alte Steinfunde gewähren bis 6. Juli 2008 Einblicke in prähistorische Kulturen und ein Stück ältester Menschheitsgeschichte.

Das Landesmuseum hat die Schau mit eigenen Ideen angereichert und dadurch "atmosphärisch" adäquat aufbereitet: Man geht auf gelbem Sandboden, während man die umfangreiche Sammlung der bis zu 1,8 Millionen Jahre alten Steinfunde in den Vitrinen bewundert, die von Faustkeilen, Wurfgeschoßen und Fang-Steinen bis zu später verfeinerten Pfeilspitzen und anderen Werkzeugen reichen.

Präparate und Abbildungen

Präparierte Wildtiere aus der Naturhistorischen Sammlungen des Hauses sollen Besucher in Afrika-Stimmung versetzen: Löwe, Nashorn, Flusspferd, ein Krokodil und ein Strauß stehen in Lebensgröße neben den Abbildungen ihrer Artgenossen, die die Menschen mit Steinspitzen vor 20.000 und mehr Jahren in die Felsen des 400 Kilometer langen Messak-Gebirges ritzten, in Algerien teilweise auch malten. Darstellungen des Auerochsen, des Stammvaters der Rinder, sowie der später domestizierten Tiere wie Hunde, Schafe, Ziegen, eine Melkszene und Jagdszenen erzählen ein Kapitel Kulturgeschichte der Menschheit. Dazu gehört auch ein "Ideagramm" als erstes Schriftbild der Ureinwohner.

Die Gegend war einst blühend und fruchtbar mit Flüssen, Seen und Savannen, doch Klimaänderungen haben die Menschen vertrieben. Heute kämpft sich der Geländewagen des Tiroler Ehepaars durch das umwegsame, steinige Wadi Gedid, von wo aus Rüdiger und Gabriele Lutz auf ihrer Schatzsuche die steilen Hänge und bis zu 80 Meter tiefen Schluchten bergauf und bergab klettern, um durch Fotos zu dokumentieren, was nun hier zu sehen ist. Besonders eindrucksvoll: eine Reihe permanent beleuchteter Groß-Dias der Felsenbilder und Wüstenlandschaften. (APA)

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