Ein historischer Bogen in 14 Stunden

3. April 2008, 17:39
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"The War" nennt sich schlicht die 14-stündige Dokumentation, die am Mittwoch auf Arte als Doppelfolge startet

Der Zweite Weltkrieg habe sich auf tausenden Schauplätzen ereignet, erklärt die Erzählerstimme zu Beginn, weshalb es unmöglich sei, dass ein Einzelbericht sie je alle erfassen könne. Deshalb konzentriere sich diese Dokumentation auf eine Handvoll amerikanischer Soldaten, die den Krieg an den verschiedenen Orten - auf den Philippinen, in Nordafrika oder in Deutschland - miterlebten. Ein historischer Bogen, der von den ersten Tagen des Kriegseintritts der USA im Dezember 1941 bis zur Befreiung Europas und Ostasiens reichen soll.

"The War" nennt sich schlicht die 14-stündige Dokumentation, die am Mittwoch um 21.00 Uhr auf Arte als Doppelfolge startet. Die Reihe präsentiert sich als groß aufbereite, chronologische Schilderung jenes Krieges, in dem die USA zum letzten Mal in klar verteilten Rollen für eine "gute Sache" kämpfen konnten. Doch von einer solchen möchten die Veteranen hier dennoch nicht sprechen: Gute Kriege gäbe es nicht, höchstens gerechte. Doch dass dieser Krieg, dem Titel der ersten Folge gemäß, zumindest ein "notwendiger" war, wird schnell klar, wenn die Gestalter Ken Burns und Lynn Novick die Heimatstädte der Soldaten und die Umstände rund um deren Einberufung hinter sich lassen und zum "Todesmarsch von Bataan" und nach Guadalcanal wechseln.

Ursachenforschung

Mit Archivmaterial, Fotografien und Augenzeugenberichten wird ein Grauen rekonstruiert, das die Amerikaner bis 1942 nur aus den Wochenschauen im Kino kannten. Dass für die USA der Zweite Weltkrieg nicht mit Pearl Harbor begann, sollte man jedoch als Vorwissen zu dieser Aufarbeitung mitbringen - und die Akzeptanz, dass für eine ausführliche Ursachenforschung selbst 14 Stunden nicht ausreichen können. (Michael Pekler/DER STANDARD; Printausgabe, 5.3.2008)

Ab 5. März, immer Mittwoch zwei Folgen hintereinander 21.00 Uhr, Arte
  • Italien im März 1944: Zwei Soldaten beerdigen auf dem freien Feld einen gefallenen Kameraden.
    foto: arte/florentine films

    Italien im März 1944: Zwei Soldaten beerdigen auf dem freien Feld einen gefallenen Kameraden.

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