Obama, der digitale Kandidat

12. März 2008, 10:22
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Marketing-Experte: Der Erfolg von Barack Obama ist auf seine Online-Strategie zurückzuführen

Im Rennen um die US-Präsidentschaftskanditatur der Demokraten scheint Barack Obama die ehemalige First-Lady Hillary Clinton auszustechen. Grund für seinen Erfolg sei seine erfolgreiche Online-Strategie, wie Rishad Tobaccowala, CIO beim französischen Werbe-Giganten Publicis, gegenüber dem US-Magazin Fortune erklärt.

"Ein digitaler Kandidat"

Obama nutze die Medien effektiver als seine Kontrahentin. "Er ist ein digitaler Kandidat, sie ist eine analoge Kandidatin", so Tobaccowala. Beide würden die traditionellen Medien zwar hervorragend für sich nutzen, Obamas Website seit jedoch hervorragend. "Sie wird kontinuierlich aktualisiert, ist lebendig und dynamisch", meint der Marketing-Experte. Interessierte würden zudem per E-Mail über die Aktivitäten Obamas auf dem Laufenden gehalten und aktiv eingebunden. So brachte etwa ein Aufruf an die Community 8 Millionen US-Dollar an Spendengelder für Obamas Kampagne.

Video für Obama

Mit ihrer Übertragung eine Stadtgesprächs beim Hallmark Channel erreichte Clinton etwa 250.000 Zuseher. Wesentlich erfolgreicher sei hingegen das Musik-Video der Black Eyed Peas für Obama, das im Web täglich rund eine Million Views generieren könne.

Kampagne des Volks

Viele Aussagen aus Obamas Kampagne seien von anderen übernommen. Seine Kampagne stamme vom Volk, was sie so authentisch mache. Clintons Team agiere hingegen offensiver und gröber "und das funktioniert wirklich nicht gut in diesen Tagen", so Tobaccowala. Clintons Aussagen würden im Web sehr schnell gegen sie verwendet werden. Während es in traditionellen Medien auf Autorität ankomme, zähle im Web vor allem Authentizität, die Obama auch sprachlich besser rüberbringe.

Lernen vom Web

Clintons Team habe zwar von Obamas Online-Strategie gelernt. So sei etwa ihr Schluss-Statement der Texas-Debatte im Internet veröffentlicht worden. Für Tobaccowala komme diese jedoch zu spät. "In der Blogosphäre lacht jeder über sie", so der Marketing-Experte. Clintons Team wiederhole immer die selben Dinge, während Obama seine Aussagen mithilfe des Webs weiterentwickle. Tobaccowala "Seine Wahlkämpfer wissen genau, was funktioniert und was nicht, welche Bilder richtig sind, welche Meldungen und wann sie verbreitet werden müssen." Das einzige, was Obama nicht verändere sei sein Slogan "Change you can believe in".(red)

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